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  Thu, 08 Nov 2007 14:29:00 +0100
Sclerocephaluszwei

Wiesbaden (sclerocephalus-welt) – Wer einen Saurier aus grauer Vorzeit besitzen möchte, muss keine weite Reise im In- oder Ausland antreten und in einer Fossilienfundstätte, an der die Suche noch erlaubt ist, im Schweiße seines Angesichts umfangreiche Grabungen vornehmen. Ein Besuch des „Antiquitäten-Shop & Fossilien-Shop“ unter der Internetadresse http://www.antiquitaeten-shop.net genügt: Denn dort verkauft ein Wiesbadener Sammler Teile seiner Fossiliensammlung, zu der auch seltene und schöne Saurier gehört.

Zum Angebot gehören Amphibien und Reptilien aus Europa, Afrika und Asien. Die ältesten davon stammen aus der frühen Permzeit vor etwa 290 Millionen Jahren, also rund 60 Millionen Jahre früher, als die ersten Dinosaurier auf der Bühne des Lebens auftraten. Dabei handelt es sich um die räuberischen Amphibien bzw. Saurier Sclerocephalus und Apateon, die einst Süßwasserseen in Rheinland-Pfalz unsicher machten.

SclerocephalusPflanze

Sclerocephalus (zu deutsch: „Hartschädel“) wurde erwachsen bis zu 2 Meter lang. Im „Antiquitäten-Shop & Fossilien-Shop“ werden ausschließlich Jungtiere dieses Sauriers bis zu rund 30 Zentimeter Länge angeboten. Es sind Funde aus der Zeit vor 1986, in denen das Suchen und Bergen von Fossilien in Rheinland-Pfalz noch erlaubt war. Sclerocephalus jagte Fische und kleinere Saurier.

Branchiosaurierzwei

Merklich kleiner als Sclerocephalus wurden die maximal fingerlangen Branchiosaurier („Kiemensaurier“) der Gattung Apateon. Sogar erwachsene Tiere übertreffen ganz selten 10 Zentimeter Länge. Der Name „Kiemensaurier“ beruht auf den Kiemenbündeln, die seitlich am Kopf dieser kleinen Kerlchen angebracht waren. An Branchiosauriern sind oft interessante Details erkennbar wie Zähne, Kiemen, Wirbelsäule, Schwanz, Vorder- und Hinterbeine oder Hautschatten.

Discosauriscus23,5x20cm

Ähnlich alt wie Sclerocephalus ist der Saurier Discosauriscus von der berühmten Fossilienfundstelle Boskovice in Tschechien. Auch er existierte in der frühen Permzeit vor etwa 290 Millionen Jahren. Der salamander- bis eidechsenähnliche Discosauriscus erreichte bis zu 40 Zentimeter Länge. Fossile Reste von ihm aus Boskovice ruhen oft auf sehr massiven und schweren Steinplatten.

Keichousaurus23,5cm

An „Nessie“, das legendäre „Monster von Loch Ness“, erinnert auf den ersten Blick das Reptil Keichousaurus aus der Triaszeit vor etwa 230 Millionen Jahren. Solche Saurier aus China mit einer maximalen Länge von etwa 30 Zentimetern wurden vor wenigen Jahren oft im Fossilienhandel angeboten. Seit die Fundstelle geschützt und die Ausfuhr verboten ist, sind Keichousaurier zur Rarität und merklich teurer geworden.

Spinosaurus8cm

Vom größten Raub-Dinosaurier der Erde, nämlich der bis zu 17 Meter langen „Dorn-Echse“ Spinosaurus aus Nordafrika, stammen die meisten der im „Antiquitäten-Shop & Fossilien-Shop“ erhältlichen Dinosaurierzähne. Diese „Dinos“ mit einem mannshohen Hautsegel auf dem Rücken lebten in der Kreidezeit vor mehr als 90 Millionen Jahren. Im Vergleich zu den sündteuren Zähnen des Raub-Dinosauriers Tyrannosaurus, die oft mehrere tausend US-Dollar kosten, sind Spinosaurus-Zähne regelrecht Schnäppchen.

Anaethalion

Außer Sauriern werden im „Antiquitäten-Shop & Fossilien-Shop“ auch Fossilien von Ammoniten, Insekten, Krebsen und Fischen angeboten. Manche dieser Tiere waren Zeitgenossen von Sauriern, Dinosauriern, Meeressauriern und Flugsauriern. Die Libellen von Solnhofen und Eichstätt beispielsweise dienten manchen Flugsauriern als Jagdbeute.

UrvogelBuchgross

Das im Shop erhältliche Buch „Wer fand den Urvogel?“ des viel zu früh verstorbenen Autors Gerold Bielohlawek-Hübel schildert die Entdeckung der Urvögel in der Gegend von Solnhofen und Eichstätt anschaulich in Wort und Bild.













Wegen Verkleinerung einer Fossiliensammlung zu verkaufen:

Sehr seltener Fossilfund: Zwei Jungtiere des riesigen Amphibiums (Stegocephale, Dachschädlerlurch) bzw. Sauriers Sclerocephalus haeuseri aus der frühen Permzeit (Rotliegendzeit) vor etwa 290 Millionen Jahren von Odernheim am Glan in Rheinland-Pfalz. Sclerocephalus wurde 1847 nach einem Fund aus Heimkirchen nördlich Kaiserslautern von dem deutschen Paläontologen Georg August Goldfuß wissenschaftlich beschrieben.

Die in den 1920-er Jahren entdeckte Fundstelle Odernheim am Glan ist bereits seit 1986 geschlossen, weswegen keine Neufunde mehr zu erwarten sind. Größe der Platte: etwa 31 x 33 cm, Größe der Saurier: etwa 19 und 20 cm lang. Preis: 749 Euro, zuzüglich 7 Euro Versandkosten. Privatverkauf ohne Mehrwertsteuer mit Rückgaberecht innerhalb von 14 Tagen nach Verkauf der Ware! Bestellung bei: http://www.antiquitaeten-shop.net

Die Amphibien der Gattung Sclerocephalus gehören zur Klasse Amphibia, Überordnung Labyrinthodontia, Ordnung Temnospondyli, Familie Erypidae, Gattung Sclerocephalus. Sie lebten in großen und tiefen Seen, erreichten eine maximale Länge von etwa 2 Meter und jagten Fische wie Paramblypterus sowie kleinere Amphibien wie Branchiosaurus und Micromelerpeton. Im Magen-/Darmtrakt eines großen Sclerocephalus befand sich sogar ein Artgenosse, was kannibalische Lebenweise beweist. Dagegen verschmähte Sclerocephalus offenbar große und stachelbewehrte Süßwasserhaie wie Acanthodes.

Der Lebensraum des Sauriers Sclerocephalus lag in der Permzeit im damaligen tropischen Gürtel auf 10 bis 20 Grad nördlicher Breite. Dies bedeutet - analog zu heutigen tropischen Seen - eine Temperatur in den oberen Wasserschichten von ständig mehr als 20 Grad Celsius mit nur sehr geringfügigen Schwankungen.













Wiesbaden (sclerocephalus-welt) - Der Artname von Sclerocephalus haeuseri (griechisch: skleros = hart, starr, kephale = Kopf, Schädel, also Hartschädel) ehrt den Bergverwalter Friedrich Häuser aus der Bergmannssiedlung "Dreikönigszug" am Potzberg bei Kusel in der Pfalz. Diese Siedlung liegt in der Gemarkung Mühlbach am Glan (Verbandsgemeinde Altenglan).

Der 1847 von dem Bonner Paläontologen Prof. Georg August Goldfuß beschriebene Fund eines Sclerocephalus stammt aus Heimkirchen nördlich von Kaiserslautern. Es handelte sich um einen fast vollständig erhaltenen Schädel, den Goldfuß zunächst für einen Fischrest hielt. Der Frankfurter Paläontologe Dr. Hermann von Meyer beschrieb denselben Fund 1858 in seiner Arbeit "Reptilien aus der Steinkohlenformation in Deutschland", bildete ihn ab und stellte das Fossil zu den Reptilien. In Wirklichkeit gehörte es aber zu den Amphibien.

Am Fundort Heimkirchen barg der Münchner Geologe Prof. Wilhelm von Gümbel in den 1880-er Jahren einen Unterkieferrest, den der Münchner Paläontologe Prof. Ludwig von Ammon der Art "Sclerocephalus Häuseri" zuordnete. Von Ammon selbst entdeckte 1885 in gleichaltrigen Schichten bei Lauterecken ein Fossil, das er 1889 abbildete und als "Sclerocephalus Häuseri" beschrieb. Mitte der 1920-er Jahre fand der Paläontologe Paul Guthörl aus Bildstock-Saar im Saarland ein Fossil, das der Münchner Paläontologe Prof. Ferdinand Broili 1926 als "Sclerocephalus Häuseri" beschrieb.

Mit Sclerocephalus häuseri - so die heutige Schreibweise - identisch ist der unter dem Namen Weissica bavarica von dem Berliner Geologen und Paläontologen Prof. Wilhelm Branca bekanntgegebene Fund von Ohmbach im Saar-Nahe-Gebiet. Der Gattungsname Weissica erinnert an den von 1860 an als Lehrer an der Bergbauschule zu Saarbrücken tätigen Dr. Ernst Weiß, der unter anderem auch die fossile Flora des Rotliegenden im Saar-Nahe-Gebiet untersuchte.

Prächtig erhaltene Funde von Sclerocephalus haeuser sind im Paläontologischen Museum Nierstein unweit von Mainz zu bewundern, das von Arnulf Stapf und Sohn Harald Stapf aufgebaut wurde. Altfunde von Sclerocephalus haeuseri aus der Zeit vor 1986, als das Fossiliensuchen in Rheinland-Pfalz noch nicht verboten war, sind zeitweise erhältlich im "Antiquitäten-Shop & Fossilien-Shop" unter der Internetadresse http://www.antiquitaeten-shop.net
  Tue, 30 Oct 2007 16:48:00 +0100













Wegen Verkleinerung einer Fossiliensammlung zu verkaufen:

Sehr seltener Fossilfund: Jungtier des riesigen Amphibiums (Stegocephale, Dachschädlerlurch) bzw. Sauriers Sclerocephalus haeuseri aus der frühen Permzeit (Rotliegendzeit) vor etwa 290 Millionen Jahren von Odernheim am Glan in Rheinland-Pfalz. Sclerocephalus wurde 1847 nach einem Fund aus Heimkirchen nördlich Kaiserslautern von dem deutschen Paläontologen Georg August Goldfuß wissenschaftlich beschrieben.

Die in den 1920-er Jahren entdeckte Fundstelle Odernheim am Glan ist bereits seit 1986 geschlossen, weswegen keine Neufunde mehr zu erwarten sind. Größe der Platte: 24,7 x 22,8 cm, Größe der Sauriers: etwa 15 lang. Bei diesem Exemplar sind sehr gut die Zähne des räuberischen Sauriers erkennbar. Preis: 599 Euro, zuzüglich 7 Euro Versandkosten. Privatverkauf ohne Mehrwertsteuer mit Rückgaberecht innerhalb von 14 Tagen nach Verkauf der Ware!

Bestellung bei: ernst.probst@gmx.de

Ein Originalfund von Sclerocephalus aus Odernheim am Glan in dieser Größe und Qualität kommt heute nur noch sehr selten in den Handel. Wie bei Odernheimer Fossilien üblich, ist die Platte gebrochen und professionell geklebt.

Die Amphibien der Gattung Sclerocephalus gehören zur Klasse Amphibia, Überordnung Labyrinthodontia, Ordnung Temnospondyli, Familie Erypidae, Gattung Sclerocephalus. Sie lebten in großen und tiefen Seen, erreichten eine maximale Länge von etwa 2 Meter und jagten Fische wie Paramblypterus sowie kleinere Amphibien wie Branchiosaurus und Micromelerpeton. Im Magen-/Darmtrakt eines großen Sclerocephalus befand sich sogar ein Artgenosse, was kannibalische Lebenweise beweist. Dagegen verschmähte Sclerocephalus offenbar große und stachelbewehrte Süßwasserhaie wie Acanthodes.

Der Lebensraum des Sauriers Sclerocephalus lag in der Permzeit im damaligen tropischen Gürtel auf 10 bis 20 Grad nördlicher Breite. Dies bedeutet - analog zu heutigen tropischen Seen - eine Temperatur in den oberen Wasserschichten von ständig mehr als 20 Grad Celsius mit nur sehr geringfügigen Schwankungen.
  Thu, 11 Oct 2007 08:22:00 +0200













Sehr seltener Fossilfund: Amphibium (Dachschädlerlurch) bzw. Saurier Sclerocephalus haeuseri aus der frühen Permzeit (Rotliegendzeit) vor etwa 290 Millionen Jahren von Odernheim am Glan in Rheinland-Pfalz. Es handelt sich um ein Jungtier mit Hautschatten und gut erhaltenen Beinen und Fingern. Erwachsene Saurier der Gattung Sclerocephalus erreichten eine Länge bis zu 2 Meter. Sclerocephalus wurde 1847 nach einem Fund aus Heimkirchen nördlich Kaiserslautern von dem deutschen Paläontologen Georg August Goldfuß wissenschaftlich beschrieben. Die in den 1920-er Jahren entdeckte Fundstelle Odernheim am Glan ist bereits seit 1986 geschlossen, weswegen keine Neufunde mehr zu erwarten sind. Größe der Platte: etwa 45 x 31 cm, Größe des Sauriers: etwa 44 cm lang. Durch den Saurier geht teilweise ein kleiner natürlicher Riss. Ein Originalfund von Sclerocephalus aus Odernheim am Glan in dieser Größe und Qualität kommt heute nur noch sehr selten in den Handel. Preis: 899 Euro, zuzüglich 7 Euro Versandkosten. Privatverkauf ohne Mehrwertsteuer mit Rückgaberecht innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware!

Bestellung bei:
http://www.antiquitaeten-shop.net

*

Lesetipp:
Sclerocephalus haeuseri
http://www.ullalohmann.de/sclerode.htm


Video "Giant Salamander, world's largest and ugliest amphibian" von Youtube



Wiesbaden (sclerocephalus-welt) - Der Urlurch Sclerocephalus haeuseri gehört zur Klasse der Amphibien, Unterklasse bzw. Überordnung Labyrinthodontia, Ordnung Temnospondyli, Famile Eryopidae und Gattung Sclerocephalus. Er lebte in der frühen Permzeit vor etwa 290 Millionen Jahren, die in Europa wegen ihren teilweise auffällig rot gefärbten Gesteinen auch Rotliegendzeit genannt wird.



Amphibien sind Tiere, die sowohl im Wasser als auch an Land leben können. Der Name Labyrinthodontia (Labyrinthzähner) beruht auf der im Querschnitt labyrinthartig gefalteten Schmelzschicht der Zähne. Wegen ihres stark verknöcherten, mit dem Schultergürtel verbundenen Schädeldaches bezeichnet man die meisten Labyrinthodontia auch als Dachschädler, Stegocephalia oder Panzerlurche. Im Jugendstadium lebten sie – mit Kiemen atmend – im Wasser und wechselten später – mit Lungen atmend – zwischen Wasser und Land. Eine der Ordnungen der Unterklasse Labyrinthodontia sind die von der Karbonzeit bis zur Triaszeit vorkommenden Temnospondyli (Schnittwirbler). Die teilweise nur wenige Zentimeter kleinen, teilweise aber auch bis zu mehrere Meter großen Temnospondyli besaßen aalförmige oder krokodilartige Körper mit blattförmigen Wirbelknochen. Anfangs waren sie mehr Landbewohner, später überwiegend Wasserbewohner.

Fossile Reste des räuberischen Urlurches Sclerocephalus haeuseri wurden bereits 1847 von dem deutschen Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der damals in Bonn wirkte, beschrieben. Sclerocephalus heißt zu deutsch „Hartschädel“. Der Artname haeuseri erinnert an den Bergverwalter Friedrich Häuser aus der Bergmannssiedlung „Dreikönigszug“ am Potzberg bei Kusel in der Pfalz. Goldfuß hatte einen Schädelfund aus Heimkirchen nördlich von Kaiserslautern wissenschaftlich untersucht und zunächst irrtümlich als Fischrest gedeutet. Der Frankfurter Gelehrte Hermann von Meyer (1801-1869) betrachtete denselben Fund 1858 fälschlicherweise als Reptil. In Wirklichkeit war es – wie erwähnt – ein Amphibium.

Erwachsene Tiere von Sclerocephalus haeuseri erreichten von der Schnauzen- bis zur Schwanzspitze eine Länge bis zu 2 Meter. In der Sammlung des Pfalzmuseums für Naturkunde Bad Dürkheim wird ein imposantes 1,82 Meter langes Exemplar aufbewahrt.

Das geschlossene Schädeldach dieser Urlurche ist nur von den Öffnungen der Geruchs- und Lichtsinnesorgane durchbrochen. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine große Maske. An besonders gut erhaltenen Schädeldächern von Sclerocephalus haeuseri sind knöcherne Augenringe (Scleralringe) erkennbar. Bei Jungtieren sind die Augenöffnungen relativ groß und oval, bei Alttieren dagegen rund und im Verhältnis zum jeweiligen Schadeldach merklicher kleiner.

„Drittes Auge“

Auf dem Schädeldach von Sclerocephalus haeuseri ist auch das so genannte „dritte Auge“ (Pinealforamen) im Bereich des Scheitelbeins sichtbar. Früher glaubte man irrtümlich, es habe einmal eine Zeit gegeben, in der bei der Mehrzahl der Wirbeltiere ein „dritter Blick nach oben“ üblich gewesen sei. Amphibien und Reptilien hätten mit dem Scheitelauge vermutlich aus ihren Schlammverstecken nach oben schauen und so die Situation beherrschen können. Heute vermuten die Wissenschaftler, dass es sich hauptsächlich um ein thermoregulatorisches Organ handelt, das durch die Aufnahme des Sonnenlichtes die Aktivität, unter anderem die Temperatur, regelt und damit auch für die Lebensdauer der Tiere von ganz entscheidender Bedeutung ist. Zudem beeinflusst es über die Schilddrüse die Fortpflanzung, indem es die Geschlechtsreife, die Fortpflanzungszeit und die Kopulationsfähigkeit steuert. Welche weiteren Funktionen das „dritte Auge“ noch ausübt, weiß man nicht.

Sclerocephalus haeuseri besaß außer den Zähnen am Ober- und Unterkieferrand drei weitere Zahnpaare auf dem Gaumen. Solche Gaumenzähne hatten schon die ersten Lurche der Erde (Ichtyhostega), die in der späten Devonzeit auftraten.

Die Gaumenzähne von Sclerocephalus haeuseri waren besonders ausgeprägt. Man könnte sie fast als Hauer bezeichnen. Sie dienten zum Festhalten großer Beutetiere. Die urtümlichen Urlurche schnappten nach Fischen wie Paramblypterus und schlangen diese in einem Stück hinunter. Dabei packten die Gaumenzähne mit zu und hielten den glatten Fischleib fest, damit er nicht wieder aus dem Maul rutschen konnte. Auch manche Froschlurche und Salamander der Gegenwart verfügen über solche Gaumenzähne, sie sind aber viel kleiner als die einige Zentimeter langen Hauer von Sclerocephalus haeuseri. Bei den Amphibien des Erdmittelalters, wie etwa den bis zu 7 Meter langen Mastodonsauriern aus der Triaszeit in Württemberg, erreichten die Gaumenzähne, deren Zahl und Anordnung je nach Art unterschiedlich ist, nur etwa die Größe der randlichen Kieferzähne.

Mit seinem schlanken Rumpf, den zunächst relativ schwach verknöcherten Gliedmaßen und dem langen Ruderschwanz war Sclerocephalus haeuseri besser an die Fortbewegung im Wasser als an Land angepasst. Bei Jungtieren nahm der Schwanz mehr als die Hälfte der Gesamtlänge ein.

Artgenossen gefressen

Im Magen- und Darmtrakt von Sclerocephalus haeuseri liegen häufig Schuppen von großen Fischen der Gattung Paramblypterus sowie gelegentlich Knochenteile kleinerer Lurche wie Branchiosaurus und Micromelerpeton. Ein im Geologischen Museum der Bergschule Saarbrücken aufbewahrter Sclerocephalus haeuseri hatte sogar einen kleinen Artgenossen gefressen, womit bei diesen Tieren Kannibalismus nachgewiesen ist. Dagegen gehörten wendige und mit Stacheln versehene Stachelhaie, die im selben Lebensraum vorkamen, nicht zu den Beutetieren.

Sclerocephalus haeuseri hatte vier Beine mit jeweils vier Fingern. Ein im Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt am Main aufbewahrtes Exemplar mit einer Gesamtlänge von 34 Zentimeter und einer Schädellänge von 4,7 Zentimeter hat einen 20 Zentimeter langem Schwanz. Das Besondere an diesem Fund, der im März 2005 als „Fossil des Monats“ präsentiert wurde, sind drei zusätzliche Krallen an den Hinterextremitäten, die vermutlich von Störungen während der Metamorphose verursacht wurden. Dünne rötlich-weiße Tuffbänder in den Gesteinen der Odernheimer Schichten weisen auf eine Veränderung im aquatischen Mileu hin, welche die Urlurche während ihrer Entwicklung geschädigt haben könnte.

Flinke Larven

Die Larven und Jungtiere von Sclerocephalus haeuseri besaßen eine schlanke Gestalt und einen langen Schwanz und waren flinke Jäger. Aber mit zunehmendem Alter nahm die Länge des Schwanzes im Verhältnis zum Körper ab und wurde das gesamte Erscheinungsbild plumper. Vermutlich lauerten erwachsene Sclerocephalus haeuseri auf dem Grund der Gewässer in Ufernähe auf Beute. Wahrscheinlich hatten sich die alten Urlurche als Lauerjäger auf das „Schnappen“ der sehr häufigen Fische der Gattung Paramblypterus spezialisiert.

Larven und Jungtiere von Sclerocephalus haeuseri lebten vermutlich in tiefen Gewässerbereichen. Im Gegensatz dazu suchten die erwachsenen Lurche dieser Art Seeränder oder flache Seen auf. Erwachsene Lurche kamen vielleicht nur zum Ablaichen kurzfristig in den Lebensraum der Jungtiere. Offenbar war dies eine „Vorsichtsmaßnahme“ der Natur, die verhinderte, dass die kleinen Stegocephalen ein Opfer gefräßiger erwachsener Dachschädlerlurche wurden.

Warme Seen

Zu Lebzeiten von Sclerocephalus haeuseri in der frühen Permzeit lagen die Lebensräume dieser Urlurche im damaligen tropischen Gürtel auf 10 Grad bis 20 Grad nördlicher Breite. Das heißt: Analog zu heutigen tropischen Seen herrschte in den oberen Wasserschichten eine Temperatur von ständig mehr als 20 Grad Celsius mit nur sehr geringfügigen Schwankungen.

Prächtig erhaltene Fossilien des Urlurchs Sclerocephalus haeuseri kamen vor allem am berühmten Fundort Odernheim am Glan in Rheinland-Pfalz zum Vorschein. Diese Fundstelle wurde in den frühen 1920-er Jahren von dem bayerischen Landesgeologen Otto M. Reis entdeckt. Die imposanten Urlurche beeindruckten die Wissenschaftler, die sie erstmals untersuchten, so sehr, dass sie die Odernheimer Ablagerungen als Stegocephalenkalke bezeichneten.

Auffälligerweise haben die Stegocephalenkalke von Odernheim am Glan eine ungewöhnlich individuenreiche, aber artenarme Tierwelt hervorgebracht. Leben existierte nur in den gut durchlüfteten Oberwasserschichten, nicht aber amBoden. Der Fossilienreichtum von Odernheim am Glan dürfte ebenso wie derjenige von Lebach im Saarland auf gelegentliche Katastrophen zurückzuführen sein.

Hinweise auf die Verhältnisse des Odernheimer Sees zur Rotliegendzeit liefert das Fehlen von Süßwasserhaien der Gattung Xenacanthus sowie der sich gerne in tieferem Wasser aufhaltenten Archegosaurier. Diese Tiere fanden offenbar trotz des reichen planktonischen Nahrungsangebotes keine ausreichende Lebensgrundlage. Statt dessen konnten sich in dem Odernheimer Gewässer nur besonders ausdauernde oder an die sauerstoffarme Umwelt angepasste Formen wie die Fische der Gattung Paramblypterus behaupten.

Eindrucksvolle Skelettreste von Sclerocephalus häuseri kann man zum Beispiel im Institut für Geowissenschaften der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und im Paläontologischen Museum Nierstein bewundern.

Früher hat man manche Funde von Sclerocephalus haeuseri irrtümlich anderen Arten zugerechnet. Bereits 1939 stellte der renommierte amerikanische Paläontologe Alfred Sherwood Romer (1894-1973) fest, dass die als Leptorophus levis bezeichneten Urlurche Larven von Sclerocephalus sind.Grabungen verboten

An den einstigen Fundstellen von Sclerocephalus haeuseri in Rheinland-Pfalz – wie Odernheim am Glan, Jeckenbach bei Meisenheim und Heimkirchen - sind seit 1986 Grabungen nach Fossilien gesetzlich verboten. Seitdem gibt es von dort keine Neufunde mehr. Es gelangen aber immer wieder Altfunde aus dem Besitz von Privatsammlern in den Fossilienhandel.

Originalfunde von Sclerocephalus haeuseri gehören zeitweise zum Angebot des "Antiquitäten-Shop & Fossilien-Shop" mit der Internetadresse http://www.antiquitaeten-shop-net - Dort sind auch andere fossile Saurier aus der Permzeit erhältlich.

Ein sehr guter Kenner von Sclerocephalus haeuseri ist der in Oderheim am Glan wohnende professionell arbeitende Amateur-Paläontologe Klaus Krätschmer. In seiner Privatsammlung befinden sich eindrucksvolle Funde von Fischen und Amphibien aus Odernheim am Glan.

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Literatur:

Boy, Jürgen A.: Sclerocephalus. Aus: Die Branchiosaurier (Amphibia) des saarpfälzischen Rotliegenden (Perm, SW-Deutschland). Abhandlungen des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung, Heft 65, S. 71-79, Wiesbaden 1972
Boy, Jürgen A.: Über einige Vertreter der Eryopoidea (Amphibia: Temnospondyli) aus dem europäischen Rotliegenden (höchstes Karbon-Perm). 1. Sclerocephalus, Stuttgart 1988
Lohmann, Ulla: Sclerocephalus haeuseri. Erstrekonstruktion und Lebensweise eines saarpfälzischen Eryopiden aus dem Unter-Rotliegenden – Untersuchung eines Ur-Amphibiums von Ulla Lohmann
Probst, Ernst: Deutschland in der Urzeit, München 1986
  Wed, 10 Oct 2007 07:48:00 +0200

















Wegen Verkleinerung einer Fossiliensammlung zu verkaufen:

Seltener Saurier: Dachschädlerlurch Sclerocephalus aus der Permzeit (Rotliegendes) vor etwa 290 Millionen Jahren aus Callbach in Rheinland-Pfalz. Alter Fund vor 1986 aus einer Privatsammlung. Schädel besonders gut erhalten. Hinter dem Schädel sind Strukturen erkennbar, die von Kiemen, Kiementaschen oder Haut stammen könnten. Größe des Sauriers: etwa 31 cm lang, Größe der Platte: etwa 46,5 Zentimeter lang, etwa 25 Zentimeter breit. Preis: 399 Euro, zuzüglich 7 Euro Versandkosten. Privatverkauf ohne Mehrwertsteuer mit Rückgaberecht innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware!

Bestellung bei:
http://www.antiquitaeten-shop.net

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Weitere fossile Saurier sind erhältlich bei:
http://www.antiquitaeten-shop.net
  Wed, 10 Oct 2007 07:32:00 +0200













Sehr seltener Fossilfund: Amphibium (Dachschädlerlurch) bzw. Saurier Sclerocephalus aus der frühen Permzeit (Rotliegendzeit) von Odernheim am Glan in Rheinland-Pfalz. Dieser Saurier konnte bisher aufgrund von anatomischen Merkmalen nicht zweifelsfrei der Gattung Sclerocephalus zugerechnet werden. Möglicherweise handelt es sich um eine bisher unbekannte Gattung. Es handelt sich um ein Jungtier. Erwachsene Saurier der Gattung Sclerocephalus erreichten eine Länge bis zu 2 Meter. Sclerocephalus wurde 1847 nach einem Fund aus Heimkirchen nördlich Kaiserslautern von dem deutschen Paläontologen Georg August Goldfuß wissenschaftlich beschrieben. Die in den 1920-er Jahren entdeckte Fundstelle Odernheim am Glan ist bereits seit 1986 geschlossen, weswegen keine Neufunde mehr zu erwarten sind. Größe der rechtwinkligen Platte: 31,5 x 19 cm, Größe des Sauriers: etwa 24,5 cm lang. Ein Originalfund von Sclerocephalus aus Odernheim am Glan in dieser Größe und Qualität kommt heute nur noch sehr selten in den Handel. Der hier angebotene Sclerocephalus lagerte seit den 1970-er Jahren in einer bereits abgebauten Gesteinsbank und wurde erst 2005 professionell präpariert. Wie bei Odernheimer Fossilien üblich, ist die Platte gebrochen und professionell geklebt. Preis: 699 Euro, zuzüglich 7 Euro Versandkosten. Privatverkauf ohne Mehrwertsteuer mit Rückgaberecht innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware!

Bestellung bei:
http://www.antiquitaeten-shop.net

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Lesetipp:
Sclerocephalus haeuseri
http://www.ullalohmann.de/sclerode.htm
  Wed, 10 Oct 2007 07:26:00 +0200
















Wegen Verkleinerung einer Fossiliensammlung zu verkaufen:

Sehr seltener Fossilfund: Amphibium (Dachschädlerlurch) bzw. Saurier Sclerocephalus aus der frühen Permzeit (Rotliegendzeit) von Odernheim am Glan in Rheinland-Pfalz. Es handelt sich um ein Jungtier. Erwachsene Saurier der Gattung Sclerocephalus erreichten eine Länge bis zu 2 Meter. Sclerocephalus wurde 1847 nach einem Fund aus Heimkirchen nördlich Kaiserslautern von dem deutschen Paläontologen Georg August Goldfuß wissenschaftlich beschrieben. Die in den 1920-er Jahren entdeckte Fundstelle Odernheim am Glan ist bereits seit 1986 geschlossen, weswegen keine Neufunde mehr zu erwarten sind. Größe der rechtwinkligen Platte: 31,5 x 17 cm, Größe des Sauriers: etwa 25,5 cm lang. Ein Originalfund von Sclerocephalus aus Odernheim am Glan in dieser Größe und Qualität kommt heute nur noch sehr selten in den Handel. Der hier angebotene Sclerocephalus lagerte seit den 1970-er Jahren in einer bereits abgebauten Gesteinsbank und wurde erst 2005 professionell präpariert. Wie bei Odernheimer Fossilien üblich, ist die Platte gebrochen und professionell geklebt. Preis: 699 Euro, zuzüglich 7 Euro Versandkosten. Privatverkauf ohne Mehrwertsteuer mit Rückgaberecht innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware!

Bestellung bei: ernst.probst@gmx.de

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Lesetipp:
Sclerocephalus haeuseri
http://www.ullalohmann.de/sclerode.htm
  Tue, 09 Oct 2007 20:13:00 +0200


Video "Giant Salamander, world's largest and ugliest amphibian" bei Youtube



Wiesbaden (sclerocephalus-welt) - "Sclerocephalus-Welt" heißt das zur Startzeit vermutlich einzige Weblog, das sich ausschließlich mit dem räuberischen Urlurch Sclerocephalus befasst. Dieser sich in Süßwasserseen aufhaltende Saurier existierte mehr als 50 Millionen Jahre früher als die ersten großen Dinosaurier. Das ungewöhnliche Weblog eines Wiesbadener Wissenschaftsautors ist unter der Adresse http://sclerocephalus-welt.blogspot.com im Internet zu finden.

Der Urlurch Sclerocephalus haeuseri gehört zur Klasse der Amphibien, Unterklasse bzw. Überordnung Labyrinthodontia, Ordnung Temnospondyli, Famile Eryopidae und Gattung Sclerocephalus. Er lebte in der frühen Permzeit vor etwa 290 Millionen Jahren, die in Europa wegen ihren teilweise auffällig rot gefärbten Gesteinen auch Rotliegendzeit genannt wird.



Amphibien sind Tiere, die sowohl im Wasser als auch an Land leben können. Der Name Labyrinthodontia (Labyrinthzähner) beruht auf der im Querschnitt labyrinthartig gefalteten Schmelzschicht der Zähne. Wegen ihres stark verknöcherten, mit dem Schultergürtel verbundenen Schädeldaches bezeichnet man die meisten Labyrinthodontia auch als Dachschädler, Stegocephalia oder Panzerlurche. Im Jugendstadium lebten sie – mit Kiemen atmend – im Wasser und wechselten später – mit Lungen atmend – zwischen Wasser und Land. Eine der Ordnungen der Unterklasse Labyrinthodontia sind die von der Karbonzeit bis zur Triaszeit vorkommenden Temnospondyli (Schnittwirbler). Die teilweise nur wenige Zentimeter kleinen, teilweise aber auch bis zu mehrere Meter großen Temnospondyli besaßen aalförmige oder krokodilartige Körper mit blattförmigen Wirbelknochen. Anfangs waren sie mehr Landbewohner, später überwiegend Wasserbewohner.

Fossile Reste des räuberischen Urlurches Sclerocephalus haeuseri wurden bereits 1847 von dem deutschen Paläontologen Georg August Goldfuß (1782-1848), der damals in Bonn wirkte, beschrieben. Sclerocephalus heißt zu deutsch „Hartschädel“. Der Artname haeuseri erinnert an den Bergverwalter Friedrich Häuser aus der Bergmannssiedlung „Dreikönigszug“ am Potzberg bei Kusel in der Pfalz. Goldfuß hatte einen Schädelfund aus Heimkirchen nördlich von Kaiserslautern wissenschaftlich untersucht und zunächst irrtümlich als Fischrest gedeutet. Der Frankfurter Gelehrte Hermann von Meyer (1801-1869) betrachtete denselben Fund 1858 fälschlicherweise als Reptil. In Wirklichkeit war es – wie erwähnt – ein Amphibium.

Erwachsene Tiere von Sclerocephalus haeuseri erreichten von der Schnauzen- bis zur Schwanzspitze eine Länge bis zu 2 Meter. In der Sammlung des Pfalzmuseums für Naturkunde Bad Dürkheim wird ein imposantes 1,82 Meter langes Exemplar aufbewahrt.

Das geschlossene Schädeldach dieser Urlurche ist nur von den Öffnungen der Geruchs- und Lichtsinnesorgane durchbrochen. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine große Maske. An besonders gut erhaltenen Schädeldächern von Sclerocephalus haeuseri sind knöcherne Augenringe (Scleralringe) erkennbar. Bei Jungtieren sind die Augenöffnungen relativ groß und oval, bei Alttieren dagegen rund und im Verhältnis zum jeweiligen Schadeldach merklicher kleiner.

„Drittes Auge“

Auf dem Schädeldach von Sclerocephalus haeuseri ist auch das so genannte „dritte Auge“ (Pinealforamen) im Bereich des Scheitelbeins sichtbar. Früher glaubte man irrtümlich, es habe einmal eine Zeit gegeben, in der bei der Mehrzahl der Wirbeltiere ein „dritter Blick nach oben“ üblich gewesen sei. Amphibien und Reptilien hätten mit dem Scheitelauge vermutlich aus ihren Schlammverstecken nach oben schauen und so die Situation beherrschen können. Heute vermuten die Wissenschaftler, dass es sich hauptsächlich um ein thermoregulatorisches Organ handelt, das durch die Aufnahme des Sonnenlichtes die Aktivität, unter anderem die Temperatur, regelt und damit auch für die Lebensdauer der Tiere von ganz entscheidender Bedeutung ist. Zudem beeinflusst es über die Schilddrüse die Fortpflanzung, indem es die Geschlechtsreife, die Fortpflanzungszeit und die Kopulationsfähigkeit steuert. Welche weiteren Funktionen das „dritte Auge“ noch ausübt, weiß man nicht.

Sclerocephalus haeuseri besaß außer den Zähnen am Ober- und Unterkieferrand drei weitere Zahnpaare auf dem Gaumen. Solche Gaumenzähne hatten schon die ersten Lurche der Erde (Ichtyhostega), die in der späten Devonzeit auftraten.

Die Gaumenzähne von Sclerocephalus haeuseri waren besonders ausgeprägt. Man könnte sie fast als Hauer bezeichnen. Sie dienten zum Festhalten großer Beutetiere. Die urtümlichen Urlurche schnappten nach Fischen wie Paramblypterus und schlangen diese in einem Stück hinunter. Dabei packten die Gaumenzähne mit zu und hielten den glatten Fischleib fest, damit er nicht wieder aus dem Maul rutschen konnte. Auch manche Froschlurche und Salamander der Gegenwart verfügen über solche Gaumenzähne, sie sind aber viel kleiner als die einige Zentimeter langen Hauer von Sclerocephalus haeuseri. Bei den Amphibien des Erdmittelalters, wie etwa den bis zu 7 Meter langen Mastodonsauriern aus der Triaszeit in Württemberg, erreichten die Gaumenzähne, deren Zahl und Anordnung je nach Art unterschiedlich ist, nur etwa die Größe der randlichen Kieferzähne.

Mit seinem schlanken Rumpf, den zunächst relativ schwach verknöcherten Gliedmaßen und dem langen Ruderschwanz war Sclerocephalus haeuseri besser an die Fortbewegung im Wasser als an Land angepasst. Bei Jungtieren nahm der Schwanz mehr als die Hälfte der Gesamtlänge ein.

Artgenossen gefressen

Im Magen- und Darmtrakt von Sclerocephalus haeuseri liegen häufig Schuppen von großen Fischen der Gattung Paramblypterus sowie gelegentlich Knochenteile kleinerer Lurche wie Branchiosaurus und Micromelerpeton. Ein im Geologischen Museum der Bergschule Saarbrücken aufbewahrter Sclerocephalus haeuseri hatte sogar einen kleinen Artgenossen gefressen, womit bei diesen Tieren Kannibalismus nachgewiesen ist. Dagegen gehörten wendige und mit Stacheln versehene Stachelhaie, die im selben Lebensraum vorkamen, nicht zu den Beutetieren.

Sclerocephalus haeuseri hatte vier Beine mit jeweils vier Fingern. Ein im Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt am Main aufbewahrtes Exemplar mit einer Gesamtlänge von 34 Zentimeter und einer Schädellänge von 4,7 Zentimeter hat einen 20 Zentimeter langem Schwanz. Das Besondere an diesem Fund, der im März 2005 als „Fossil des Monats“ präsentiert wurde, sind drei zusätzliche Krallen an den Hinterextremitäten, die vermutlich von Störungen während der Metamorphose verursacht wurden. Dünne rötlich-weiße Tuffbänder in den Gesteinen der Odernheimer Schichten weisen auf eine Veränderung im aquatischen Mileu hin, welche die Urlurche während ihrer Entwicklung geschädigt haben könnte.

Flinke Larven

Die Larven und Jungtiere von Sclerocephalus haeuseri besaßen eine schlanke Gestalt und einen langen Schwanz und waren flinke Jäger. Aber mit zunehmendem Alter nahm die Länge des Schwanzes im Verhältnis zum Körper ab und wurde das gesamte Erscheinungsbild plumper. Vermutlich lauerten erwachsene Sclerocephalus haeuseri auf dem Grund der Gewässer in Ufernähe auf Beute. Wahrscheinlich hatten sich die alten Urlurche als Lauerjäger auf das „Schnappen“ der sehr häufigen Fische der Gattung Paramblypterus spezialisiert.

Larven und Jungtiere von Sclerocephalus haeuseri lebten vermutlich in tiefen Gewässerbereichen. Im Gegensatz dazu suchten die erwachsenen Lurche dieser Art Seeränder oder flache Seen auf. Erwachsene Lurche kamen vielleicht nur zum Ablaichen kurzfristig in den Lebensraum der Jungtiere. Offenbar war dies eine „Vorsichtsmaßnahme“ der Natur, die verhinderte, dass die kleinen Stegocephalen ein Opfer gefräßiger erwachsener Dachschädlerlurche wurden.

Warme Seen

Zu Lebzeiten von Sclerocephalus haeuseri in der frühen Permzeit lagen die Lebensräume dieser Urlurche im damaligen tropischen Gürtel auf 10 Grad bis 20 Grad nördlicher Breite. Das heißt: Analog zu heutigen tropischen Seen herrschte in den oberen Wasserschichten eine Temperatur von ständig mehr als 20 Grad Celsius mit nur sehr geringfügigen Schwankungen.

Prächtig erhaltene Fossilien des Urlurchs Sclerocephalus haeuseri kamen vor allem am berühmten Fundort Odernheim am Glan in Rheinland-Pfalz zum Vorschein. Diese Fundstelle wurde in den frühen 1920-er Jahren von dem bayerischen Landesgeologen Otto M. Reis entdeckt. Die imposanten Urlurche beeindruckten die Wissenschaftler, die sie erstmals untersuchten, so sehr, dass sie die Odernheimer Ablagerungen als Stegocephalenkalke bezeichneten.

Auffälligerweise haben die Stegocephalenkalke von Odernheim am Glan eine ungewöhnlich individuenreiche, aber artenarme Tierwelt hervorgebracht. Leben existierte nur in den gut durchlüfteten Oberwasserschichten, nicht aber amBoden. Der Fossilienreichtum von Odernheim am Glan dürfte ebenso wie derjenige von Lebach im Saarland auf gelegentliche Katastrophen zurückzuführen sein.

Hinweise auf die Verhältnisse des Odernheimer Sees zur Rotliegendzeit liefert das Fehlen von Süßwasserhaien der Gattung Xenacanthus sowie der sich gerne in tieferem Wasser aufhaltenten Archegosaurier. Diese Tiere fanden offenbar trotz des reichen planktonischen Nahrungsangebotes keine ausreichende Lebensgrundlage. Statt dessen konnten sich in dem Odernheimer Gewässer nur besonders ausdauernde oder an die sauerstoffarme Umwelt angepasste Formen wie die Fische der Gattung Paramblypterus behaupten.

Eindrucksvolle Skelettreste von Sclerocephalus häuseri kann man zum Beispiel im Institut für Geowissenschaften der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und im Paläontologischen Museum Nierstein bewundern.

Früher hat man manche Funde von Sclerocephalus haeuseri irrtümlich anderen Arten zugerechnet. Bereits 1939 stellte der renommierte amerikanische Paläontologe Alfred Sherwood Romer (1894-1973) fest, dass die als Leptorophus levis bezeichneten Urlurche Larven von Sclerocephalus sind.Grabungen verboten

An den einstigen Fundstellen von Sclerocephalus haeuseri in Rheinland-Pfalz – wie Odernheim am Glan, Jeckenbach bei Meisenheim und Heimkirchen - sind seit 1986 Grabungen nach Fossilien gesetzlich verboten. Seitdem gibt es von dort keine Neufunde mehr. Es gelangen aber immer wieder Altfunde aus dem Besitz von Privatsammlern in den Fossilienhandel.

Originalfunde von Sclerocephalus haeuseri gehören zeitweise zum Angebot des "Antiquitäten-Shop & Fossilien-Shop" mit der Internetadresse http://www.antiquitaeten-shop-net - Dort sind auch andere fossile Saurier aus der Permzeit erhältlich.

Ein sehr guter Kenner von Sclerocephalus haeuseri ist der in Oderheim am Glan wohnende professionell arbeitende Amateur-Paläontologe Klaus Krätschmer. In seiner Privatsammlung befinden sich eindrucksvolle Funde von Fischen und Amphibien aus Odernheim am Glan.

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Literatur:

Boy, Jürgen A.: Sclerocephalus. Aus: Die Branchiosaurier (Amphibia) des saarpfälzischen Rotliegenden (Perm, SW-Deutschland). Abhandlungen des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung, Heft 65, S. 71-79, Wiesbaden 1972
Boy, Jürgen A.: Über einige Vertreter der Eryopoidea (Amphibia: Temnospondyli) aus dem europäischen Rotliegenden (höchstes Karbon-Perm). 1. Sclerocephalus, Stuttgart 1988
Lohmann, Ulla: Sclerocephalus haeuseri. Erstrekonstruktion und Lebensweise eines saarpfälzischen Eryopiden aus dem Unter-Rotliegenden – Untersuchung eines Ur-Amphibiums von Ulla Lohmann
Probst, Ernst: Deutschland in der Urzeit, München 1986