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Nachrichten, Informationen, Bilder und Videoclips über die Bronzezeit
 
Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.

Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehört die Adlerberg-Kultur. Sie war von etwa 2100 bis 1800 v. Chr. am nördlichen Oberrhein in Rheinland-Pfalz (Rheinhessen, Pfalz), Hessen und in Teilen von Baden-Württemberg (Nordbaden) verbreitet. Sie ist sicherlich aus der jungsteinzeitlichen Glockenbecher-Kultur hervorgegangen. Überspitzt formuliert handelt es sich um eine "Glockenbecher-Kultur ohne Glockenbecher". Denn diese beiden kulturellen Erscheinungen standen sich in Hinsicht auf die Bestattungssitten, Pfeil und Bogen sowie ihr identisches Siedlungsgebiet sehr nahe.

Der Text über die Adlerberg-Kultur stammt aus dem vergriffenen Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutschland werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt.

Das Taschenbuch "Die Adlerberg-Kultur" ist bei "GRIN Verlag für akademische Texte" www.grin.de erschienen und für 9,99 Euro beim Buchgroßhändler "Libri" unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/quickSearch?searchString=DIe+Adlerberg-Kultur erhältlich. Außerdem wird es bei rund 100 Online-Buchshops wie http://www.amazon.de angeboten.
  Tue, 19 Aug 2008 10:40:00 +0200
Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.

Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehört die Straubinger Kultur vor etwa 2300 bis 1600 v. Chr. Sie war in Südbayern (Niederbayern, Oberbayern sowie teilweise in der Oberpfalz und Schwaben) verbreitet. Ausläufer behaupteten sich auch in Oberösterreich, im Land Salzburg und im Raum Kufstein in Nordtirol.

Die Straubinger Kultur gilt als die älteste Kultur der Frühbronzezeit im östlichen Süddeutschland. Ihre Metallhandwerker haben in der frühen Stufe noch Erzeugnisse aus unlegiertem Kupfer und erst in der späten Stufe aus Bronze hergestellt.

Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch "Die Straubinger Kultur" des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Das Taschenbuch ist bei "GRIN Verlag für akademische Texte" http://www.grin.de erschienen und beim Buchgroßhändler "Libri" unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/quickSearch?searchString=Die+Straubiinger+Kultur sowie bei rund 100 Online-Buchshops (Amazon usw.) erhätlich.

Der Text über die Straubinger Kultur stammt aus dem vergriffenen Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutschland werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt.


Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.

Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehört die Hügelgräber-Kultur vor etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr. Nach heutigem Kenntnisstand war die Hügelgräber-Kultur von Ostfrankreich (Elsaß) bis nach Ungarn (Kapatenbecken) verbreitet. Sie ist in diesem Gebiet mit der Mittelbronzezeit identisch und läßt sich in zahlreiche Lokalgruppen gliedern.

Der Begriff Hügelgräber-Kultur beruht darauf, dass sich etwa um 1600 v. Chr. in weiten Teilen Europas die Bestattungssitten radikal änderten: Statt die Toten wie in der Frühbronzezeit in Flachgräbern beizusetzen, schüttete man nun häufig über den Gräbern ein bis zwei Meter hohe Grabhügel auf und setzte dann nicht selten noch weitere Verstorbene darin bei.

Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Die Hügelgräber-Kultur“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Es ist bei "GRIN Verlag für akademische Texte" http://www.grin.de erschienen und beim Buchgroßhändler "Libri" für 14,99 Euro unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/quickSearch?searchString=H%FCgelgr%E4ber-Kultur erhältlich.

















Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.

Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehören die Stader Gruppe in der älteren Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.), die Stader Gruppe in der mittleren Bronzezeit (etwa 1200 bis 1100 . Chr.) und die Stader Gruppe in der jüngeren Bronzezeit (etwa 1100 bis 800 v. Chr.). Den Begriff „Stader Gruppe“ hat 1981 der Prähistoriker Arne Lucke in seiner Hamburger Dissertation erstmals für eine Lokalgruppe der jüngeren Bronzezeit verwendet. Im Gegensatz dazu benutzt der Hamburger Prähistoriker Friedrich Laux die Bezeichnung „Stader Gruppe“, die er 1987 bei einem Vortrag in Bad Stuer erwähnte und auf die er 1991 in einem Aufsatz zurückgriff, für eine Gruppe, die sich in der älteren, mittleren und jüngeren Bronzezeit behauptete.

Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Die Stader Gruppe in der Bronzezeit“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Die 61-seitige Publikation ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de erschienen und beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/quickSearch?searchString=Die+Stader+Gruppe+ erhältlich.

Die Texte über die Stader Gruppe stammen aus dem vergriffenen Buch „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entsprechen dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutschland werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt und sind bei „Libri“ erhältlich.
  Tue, 05 Aug 2008 17:08:00 +0200
  Tue, 29 Jul 2008 21:55:00 +0200
Leseprobe aus dem E-Book und dem Taschenbuch "Die Lausitzer Kultur" von Ernst Probst:

Eine der wichtigsten Kulturen Mitteleuropas war von etwa 1300 bis 500 v. Chr. die Lausitzer Kultur. Sie entwickelte sich vermutlich aus der Vorlausitzer Kultur und existierte während der mittleren und jüngeren Bronzezeit sowie in der frühen Eisenzeit. In diesem Kapitel werden lediglich die bronzezeitlichen Abschnitte von etwa 1300 bis 800 v. Chr. behandelt, die ungefähr der Lebensdauer der süddeutschen Urnenfelder-Kultur entsprechen.
Das Verbreitungsgebiet der Lausitzer Kultur reichte im Westen bis an die Saale in Mitteldeutschland, während es im Süden Nordböhmen, Nordmähren und die nordwestliche Slowakei umfaßte. Im Nordwesten gehörte das südliche Brandenburg dazu, und im Osten bildete die heutige polnische Provinz Posen (Poznan) die Grenze. Die Prähistoriker unterscheiden zwischen einer Ost-, West-, schlesisch-mährischen, oberschlesisch-polnischen, mittelschlesischen und einer Lausitz-sächsischen Gruppe.
Zur Westgruppe rechnet man die einst vor allem in der Lausitz im südlichen Brandenburg und in Sachsen ansässige Lausitz-sächsische Gruppe. Dazu gehörten im Norden die Spindlersfelder Gruppe, im Osten die Niederlausitzer Gruppe, Neißemündungs-Gruppe, Oberlausitzer Gruppe, Aurither Gruppe sowie im Westen die Fläming-Gruppe, Schliebener Gruppe, Elbe-Mulde-Gruppe, Elbe-Elster-Gruppe, Dresdener Gruppe und Osterländische Gruppe. Letztere hatte sich überwiegend östlich der Saale in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie geringfügig auch in der Umgebung westlich der Saale niedergelassen.
Den Begriff Lausitzer Kultur hat 1880 der damals an der Universität Berlin wirkende Pathologe Rudolf Virchow (1821-1902) geprägt. Virchow erkannte bei Besuchen des Gräberfeldes von Zaborow bei Priment (Provinz Posen) in den 1870er und 1880er Jahren, daß ein Teil der dortigen Funde von einer selbständigen Kultur stammt. Denn bestimmte Tongefäße lagen tiefer als die slawische Keramik und unterschieden sich durch ihr feineres Tonmaterial, ihre Form und Verzierungen deutlich von dieser.

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Bestellungen des E-Books "Die Lausitzer Kultur" bei "GRIN Verlag für akademische Texte":
http://www.grin.com/e-book/93341/die-lausitzer-kultur

Bestellungen des Taschenbuches "Die Lausitzer Kultur" bei Libri:
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/7574628/ernst_probst_die_lausitzer_kultur_3640111788.html
  Tue, 29 Jul 2008 21:53:00 +0200

















Leseprobe aus dem E-Book und dem Taschenbuch "Die Urnenfelder-Kultur" von Ernst Probst:

Die Urnenfelder-Kultur gilt in Europa als eine der wichtigsten Kulturen der Spätbronzezeit. Sie bestand von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. und vermochte sich vom nördlichen Balkan über die Donauländer bis zur Oberrheinregion auszubreiten. In Deutschland war sie in Baden-Württemberg, Bayern, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Hessen, Teilen Nordrhein-Westfalens (Nieder-rheinische Bucht) und südlich des Thüringer Waldes heimisch.
Der Begriff »Urnenfelder-Kultur« fußt darauf, daß damals die Toten auf Scheiterhaufen verbrannt und danach häufig ihre Asche beziehungsweise Knochenreste in tönerne Urnen geschüttet und in Brandgräbern beigesetzt wurden. Gelegentlich bilden die Brandgräber ausgedehnte Urnenfelder mit Dutzenden oder Hunderten von Bestattungen.
Als erster formulierte 1885 der Direktor der Großherzoglichen Sammlungen in Karlsruhe, Ernst Wagner (1832-1920), die Bezeichnung »Urnen-Friedhöfe«. Seine Publikation »Hügelgräber und Urnen-Friedhöfe in Baden« wurde 1886 durch den Königsberger Prähistoriker Otto Tischler (1843-1891) in der »Westdeutschen Zeitschrift« kommentiert. Dabei sprach Tischler von »Urnenfeldern der Bronzezeit«.
Nach Ansicht der meisten Prähistoriker war die Urnenfelder-Zeit ein unruhiger Abschnitt der Urgeschichte. Damals setzten vermutlich in vielen Gebieten Europas große Völkerwanderungen ein, die vielleicht im mittleren Donauraum ihren Ausgang nahmen. Sie erreichten wahrscheinlich nicht nur Süddeutschland, sondern auch den Balkan und die östliche Mittelmeerregion. Sogar die Ägypter mußten sich der Eindringlinge mit Waffengewalt erwehren.
Ihre Ursache hatten die großen Wanderungen der Unruhestifter womöglich in einer erheblichen Bevölkerungszunahme, deren Folgen durch ein ungünstiges trockenes Klima verstärkt wurden. Ein weiteres Motiv könnte das Interesse von Anführern der betroffenen Gemeinschaften an Kriegszügen gewesen sein, die bei erfolgreichem Verlauf sowohl Beute als auch Ansehen mehrten. Diese Kriegszüge nun bewirkten vermutlich Ausweichbewegungen jener Stämme, in deren Gebiete die Eroberer zuerst eindrangen.
Es gab aber auch Experten, die derartige Wanderungen bezweifelten. Der Freiburger Prähistoriker Georg Kraft (1894-1944) beispielsweise schloß 1927 nach der Untersuchung süddeutscher Urnenfelder aus, daß eine große Kulturbewegung von Osten nach Westen stattgefunden habe. Im Gegensatz dazu vertrat 1938 der österreichische Prähistoriker Richard Pittioni (1906-1985) die Ansicht, in der Lausitz zwischen Sachsen, Brandenburg und Schlesien habe im 13. Jahrhundert v. Chr. eine große Abwanderung eingesetzt. Aus der Begegnung der wandernden Gruppen mit den älteren einheimischen Kulturen in verschiedenen Teilen Europas seien als Folge lokale Urnenfelder-Gruppen entstanden, die im 12. und 11. Jahrhundert v. Chr. über fast den gesamten Kontinent verbreitet gewesen seien.
Angesichts bestimmter Gemeinsamkeiten bei den archäologischen Funden – etwa immer wiederkehrender ähnlicher Gefäßtypen – meinte Pittioni auch, alle Urnenfelder-Gruppen hätten einer Gemeinschaft mit derselben Sprache angehört. Er nahm an, daß die Urnenfelder-Kultur mit einer konkreten Einzelsprache, nämlich dem Illyrischen, in Verbindung gebracht werden könne, und sprach in diesem Zusammenhang von sogenannten Proto-Illyrern. Laut Pittioni waren die Urnenfelder-Leute Alteuropäer, die weite Teile Europas in Besitz nahmen.
Der Tübinger Prähistoriker Wolfgang Kimmig bestritt 1964, daß die einzelnen Urnenfelder-Gruppen einem Volk angehört hätten. Nur die östlichen Gruppen ließen sich dem illyrischen Volkstum zuordnen. Wie Pittioni befürwortete auch Kimmig die Theorie der Wanderungen, die neben Kulturkontakten und einem Kulturaustausch mit verschiedensten gegenseitigen Beeinflussungen für die Ausbreitung der Urnenfelder-Kultur verantwortlich seien.
Nach Auffassung Kimmigs führten die Wanderungen der Urnenfelder-Leute über Griechenland, die ägäischen Inseln bis nach Syrien, Palästina und Ägypten. Demzufolge wären europäische Fremdlinge in den Mittelmeerraum eingedrungen und hätten dort ähnliche Unruhen ausgelöst wie in Mitteleuropa, Italien, Frankreich, Spanien und sogar England.
Für Süddeutschland und das Ostalpengebiet werden die 1902 durch den damals in Mainz arbeitenden Prähistoriker Paul Reinecke (1872-1958) eingeführten Stufenbezeichnungen Bronzezeit D, Hallstatt A und Hallstatt B verwendet. Davon umfaßt Hallstatt A zwei Unterstufen (Ha A 1, Ha A 2), Hallstatt B dagegen drei Unterstufen (Ha B 1, Ha
B 2, Ha B 3).
Die Einteilung der Stufen und Unterstufen basiert auf bestimmten Bronzeobjekten und ihrem Formenwandel (Schwerter, Dolche, Messer, Rasiermesser, Nadeln, Fibeln, Armringe, Tassen) sowie Tongefäßen. Die zahlreichen kennzeichnenden Formen dieser Stufen und Unterstufen wurden 1959 durch den bis dahin in München tätigen Prähistoriker Hermann Müller-Karpe beschrieben. Eine genaue Auflistung all jener Objekte ist in einem populärwissenschaftlichen Buch wie diesem nicht möglich.
Nach neuesten Überlegungen wird heute die Urnenfelder-Kultur dreigegliedert. Die erste Stufe entspricht der späten Hügelgräber-Bronzezeit (Bronzezeit D) und der frühen Urnenfelder-Zeit (Hallstatt A 1). Die zweite Stufe umfaßt die mittlere Urnenfelder-Zeit (Hallstatt A 2 bis B 1) und die dritte Stufe die späte Urnenfelder-Zeit (Hallstatt B 2/3).

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Bestellungen des E-Books "Die Urnenfelder-Kultur" bei "GRIN Verlag für akademische Texte":
http://www.grin.com/e-book/93166/die-urnenfelder-kultur

Bestellungen des Taschenbuches "Die Urnenfelder-Kultur" beim Buchgroßhändler "Libri".
http://www.libri.de/shop/action/quickSearch?searchString=Urnenfelder-Kultur
  Tue, 29 Jul 2008 21:51:00 +0200












Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr. Der Begriff "Bronzezeit" wurde 1836 in einem Museumskatalog durch den dänischen Prähistoriker Christian Jürgensen Thomsen (1788-l865) aus Kopenhagen eingeführt.

Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Die Bronzezeit“ (ISBN 978-3-640-11177-0) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Es ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ als E-Book und Taschenbuch erschienen und umfasst 108 Seiten. Der Text des Taschenbuches über die Bronzezeit stammt aus dem vergriffenen Werk "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Ernst Probst veröffentlichte auch die Bücher "Deutschland in der Urzeit" (1986) und "Deutschland in der Steinzeit" (1991).

Das Taschenbuch „Die Bronzezeit“ ist zum Preis von 14,99 Euro erhältlich beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/productDetails/7574629/ernst_probst_die_bronzezeit_364011177X.html sowie in rund 100 Online-Buchshops wie Amazon, buecher.de, Buch24.de, lesen.de oder jpc.







Lüneburg (welt-der-bronzezeit) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehören die Lüneburger Gruppe in der älteren Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.), die Lüneburger Gruppe in der mittleren Bronzezeit (etwa 1200 bis 1100 . Chr.) und die Lüneburger Gruppe in der jüngeren Bronzezeit (etwa 1100 bis 800 v. Chr.).
Von der "Lüneburger Bronzezeit" sprach 1939 erstmals der damals in München tätige Prähistoriker Friedrich Holste (1908-1942). Den heute gebräuchlichen Begriff "Lüneburger Gruppe" prägte 1971 der zu jener Zeit am Museum Lüneburg arbeitende Prähistoriker Friedrich Laux.
Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Die Lüneburger Gruppe in der Bronzezeit“ (ISBN 364011180X) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Es ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ als E-Book und Taschenbuch erschienen und umfasst 80 Seiten. Der Text des Taschenbuches über die Bronzezeit stammt aus dem vergriffenen Werk "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Ernst Probst veröffentlichte auch die Bücher "Deutschland in der Urzeit" (1986) und "Deutschland in der Steinzeit" (1991).
Das Taschenbuch „Die Lüneburger Gruppe in der Bronzezeit“ ist für 14,99 Euro beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/quickSearch?searchString=Die+L%FCneburger+Gruppe sowie bei rund Online-Buch-Shops erhältlich.
  Mon, 28 Jul 2008 14:18:00 +0200












Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.
Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehören die nordische frühe Bronzezeit bzw. frühe Bronzezeit des Nordischen Kreises (etwa 1800 bis 1500 v. Chr.), die nordische ältere Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.), die nordische mittlere Bronzezeit (etwa 1200 bis 1100 . Chr.) und die nordische späte Bronzezeit (etwa 1100 bis 800 v. Chr.). Der von dem schwedischen Prähistoriker Oscar Montelius (1843-1921) stammende Begriff "Nordischer Kreis" beruht auf der eigenständischen Entwicklung nördlicher Regionen Europas.
Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Die nordische Bronzezeit“ (ISBN 3640111796) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Es ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ als E-Book und Taschenbuch erschienen und umfasst 144 Seiten. Der Text des Taschenbuches über die Bronzezeit stammt aus dem vergriffenen Werk "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entspricht dem damaligen Wissensstand. Ernst Probst veröffentlichte auch die Bücher "Deutschland in der Urzeit" (1986) und "Deutschland in der Steinzeit" (1991).
Das Taschenbuch „Die nordische Bronzezeit“ ist zum Preis von 14,99 Euro erhältlich beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/7574631/ernst_probst_die_nordische_bronzezeit_3640111796.html sowie in rund 100 Online-Buchshops wie Amazon, buecher.de, Buch24.de, lesen.de oder jpc.
Teufelsstein

Teufelsstein bei Schköna in der Dübener Heide: Foto: Ralf Bülow

Von Ralf Bülow

Schköna (welt-der-bronzezeit) - Seit Ende Mai 2008 ist im Landesmuseum in Halle/Saale die "Himmelsscheibe von Nebra" in einer neu gestalteten Abteilung zu sehen und erregt zu Recht das Interesse der Öffentlichkeit. Darüber sollte aber nicht vergessen werden, dass es in der Astroarchäologie noch andere faszinierende Denkmäler gibt, etwa Steinkreise oder – mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit – die Schalen- oder Näpfchensteine. Das sind Findlinge, auf deren Oberfläche Gruppen von Vertiefungen angebracht wurden, die sich durchaus als Sterndarstellungen interpretieren lassen.

Mindestens zwei solcher Findlinge befinden sich in der Nähe des Dorfes Schköna in der Dübener Heide, einem Waldgebiet südlich von Wittenberg. In der lokalen Überlieferung gelten sie als der Lutherstein und der Teufelsstein. Als Schalensteine identifizierte sie der Frühgeschichtler Otto-Friedrich Gandert am 3. November 1927. Publiziert hat er seinen Fund aber zehn Jahre später in dem Artikel „Die Entdeckung zweier Näpfchensteine in der Dübener Heide“ in Heft 6/1937 der Zeitschrift „Mitteldeutsche Volkheit – Hefte für Vorgeschichte und Volkskunde“.

Der interessantere der beiden Brocken ist der auf freiem Feld stehende Teufelsstein aus Biotit-Granit, der rund 1,50 Meter aus dem Erdreich ragt und oben leicht abgeflacht ist. Diese Plattform misst etwa 1,90 mal 2 Meter. Gandert schrieb weiter:

„Die Schälchen verteilen sich auf zwei Gruppen. Gruppe I liegt im Südwesten der Plattform und umfaßt 26 Schälchen. Das größte ist 15 mm tief und hat 73 mm Durchmesser, das kleinste ist 30 mm tief und 36 mm groß. [...] Gruppe II mit 40 Schälchen überspannt in teils gedrängter, teils lockerer Streuung den Nordosten der Fläche. Dort liegt auch zwischen den Schälchen eine 45 cm lange und 15 mm tiefe Halbmondrille. Sie stellt für den Betrachter, wenn er auf dem näpfchenfreien Südostviertel des Steines steht, den zunehmenden (!) Mond dar. Bei der Gruppe II ist das größte Schälchen 65 mm breit und 15 mm tief, das kleinste 36 mm breit und 20-30 mm tief.“

Anzumerken ist, dass die als Halbmondrille bezeichnete Struktur wohl natürlichen Ursprungs ist. Ein astronomisches Felsbild könnte demnach so entstanden sein, dass der „Künstler“ die Rille als Ausgangsmerkmal nahm, um das er die Näpfchen als Sterndarstellungen gruppierte. Nach Funden aus benachbarten Hügel- und Flachgräbern ordnete Gandert die Schalen der mittleren bis jüngeren Bronzezeit zu, was 1600 bis 1200 v. Chr. entsprechen dürfte (Lausitzer Kultur). Damit wären sie nach dem Vergraben der Nebra-Scheibe entstanden, das um 1600 v.Chr. geschah.

Anzustreben wäre für beide Findlinge eine genaue Übersicht der Verteilung der einzelnen Schalen, um mögliche Sternbilder zu identifizieren. In seinem Artikel von 1937 regte Gandert „eine amtliche Grabung in der allernächsten Umgebung des Teufelssteines und des Luthersteines“ an, die aber nie erfolgte. Außerdem sollte das weitgehend vergessene Buch des Astronomen Rolf Müller „Der Himmel über dem Menschen der Steinzeit“ (Berlin 1970) – dem wir den Hinweis auf die Findlinge verdanken – einmal von allen Freunden der Bronzezeit-Astronomie studiert werden.

Noch ein paar Sätze zu Otto-Friedrich Gandert: Er war ein Sohn der Dübener Heide und wurde 1898 als achtes Kind des Pastors Emil Ludwig Gandert in Söllichau geboren, einem Nachbarort von Schköna. Schon als Kind interessierte er sich für die Urgeschichte der Region und studierte nach dem I. Weltkrieg das Fach in Berlin und Halle. In Berlin lernte er neben dem Studium als Volontär die Staatlichen Museen kennen. Seine Doktorarbeit in Halle/Saale behandelte steinzeitliche Haushunde.

Nach der Promotion war Gandert zunächst Assistent an der Landesanstalt für Vorgeschichte in Halle/Saale. Ab 1928 leitete er die Vorgeschichtliche Abteilung am Kaiser-Friedrich-Museum Görlitz und wurde dann Direktor der städtischen Kunst- und Altertumssammlungen. Von 1936 bis 1945 arbeitete er in Berlin als Direktor der vorgeschichtlichen und der naturkundlichen Abteilung am Märkischen Museum.

Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft übernahm Gandert 1946 die Leitung des Museums für Vorgeschichte und Naturkunde in Oldenburg, ehe er 1951 als Kustos an das Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte kam. Von 1958 bis 1963 war er dort Direktor; in seine Zeit fallen bedeutende Ausgrabungen zur Urgeschichte Berlins, wichtige Sonderausstellungen und auch der Einzug des Museums in den Westflügel von Schloss Charlottenburg. Otto-Friedrich Gandert starb 1983.

Mondrille

Halbmondrille des Teufelssteins. Foto: Ralf Bülow

Naepfchen1

Näpfchen eines Schalensteins bei Schköna. Foto: Ralf Bülow
  Fri, 18 Apr 2008 20:13:00 +0200

Online Videos by Veoh.com

Video: "Bronze Age and Three Gorges Dam" von "NTDTV" bei Veoh
http://www.veoh.com/videos/v658439XKTN85RN

Beschreibung des Videoclips:

Hello everyone. Welcome to Journey to the East. I'm Anna Chan. Spanning across two long dynasties, from the Shang Dynasty between 1600-1050 B.C, and the Zhou Dynasty between 1046-256 B.C., the Bronze Age emerged in China. From objects for worshipping, to ornaments for the emperors, musical instruments for entertainment, to weapons for war, this age has been recorded as one of the most significant in Chinese history. In today's Five Thousand Years segment, we will see how bronze was used in ancient China and the objects that are among the most representative of Bronze objects in the world today. Then following, in our China Today segment, we will show the last part from the documentary on the Three Gorges Dam in China.
Die meisten missglückten Schädelope­rationen der Urgeschichte gab es zur Zeit der bronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur (vor etwa 2000 v. Chr.). Damals sind - im Gegensatz zur Jungsteinzeit - nur noch etwa 72 Prozent der Schädeloperationen gelungen. Die Ursache für diese geringere Heilungsquote ist unbekannt.
Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die ersten Befestigungen mit steinernen Mauern und Türmen in Europa entstanden während der Bronzezeit, die in manchen Gebieten schon um 2300 v. Chr. begann und teilweise erst um 500 v. Chr. endete. Solche wehrhaften Burgen kennt man aus Spanien, dem mediterranen Frankreich, Deutschland, Ungarn und Griechenland.
  Wed, 30 Jan 2008 08:10:00 +0100
Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die Bauern, Bronzegießer und Burgherren in der Bronzezeit von etwa 2300 bis 800 v. Chr. haben nicht nur Gerichte aus Getreidemehl sowie Fleisch von geschlachteten Haus- und gejagten Wildtieren gegessen. Ihr Speisezettel war viel reichhaltiger: Sie verzehrten auch Gemüse, Salat, Obst, Vogeleier, Fische, Milch, Käse, würzten ihre Mahlzeiten mit Salz oder süßten sie mit Honig und tranken Alkohol.

Archäologische Funde und Abdrücke von Getreidekörnern verraten, dass damals Nacktgerste, mehrzeilige Gerste, Saatweizen, Emmer, Einkorn, Rispenhirse und Dinkel gesät und geerntet wurden. Aus dem daraus gewonnenen Mehl hat man Suppen, Breie und Brote hergestellt. Zudem tischte man eßbare Ackerunkräuter - wie Roggentrespe und Windenknöterich - auf.

In manchen Fällen hat man sogar Toten noch Brot als Wegzehrung für das Jenseits mit ins Grab gelegt. Derartige Funde glückten in Bellenberg (Landkreis Neu-Ulm) in Bayern sowie in Heek und Rhede (beide Landkreis Borken), Telgte-Raestrup (Landkreis Warendorf ) und Rheine-Meseum (Landkreis Steinfurt) in Nordrhein-Westfalen.

Als Haustiere sind Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Pferde und Hunde nachgewiesen. Ihr Fleisch wurde in Tongefäßen gekocht und über offenem Feuer gebraten. Kühe und Ziegen lieferten Trinkmilch, aus der man manchmal - worauf tönerne Siebgefäße hindeuten - auch Käse zubereitet hat.

Suppen, Breie, Brote und Fleisch sind sicherlich gesalzen worden. Schließlich hat man im oberösterreichischen Hallstatt um 1200 v. Chr. die ältesten Salzbergwerke der Erde betrieben und in der Gegend von Halle/Saale in Sachsen-Anhalt tönerne Geräte zur Salzherstellung entdeckt. In manchen Dörfern betrieb man schon die Imkerei und wußte den Honig der Bienen als Leckerei oder Süßungsmittel zu schätzen.

Dank der schon in der Jungsteinzeit aufgekommenen Landwirtschaft spielte die Jagd auf wilde Tiere in der Bronzezeit keine wichtige Rolle mehr bei der Ernährung. Braunbären, Elche, Rothirsche, Rehe, Auerochsen, Wildschweine, Hasen, Biber und Wildgeflügel (Enten, Gänse, Kormorane, Kraniche) sorgten nur lediglich für Abwechslung auf dem Speisezettel. Man brachte die großen Tiere mit Speeren und die kleinen mit Pfeil und Bogen zur Strecke.

Speisereste, Angelhaken, Netzreste und -senker sowie Harpunen belegen gelegentlichen Fischfang an Flüssen und Seen. Das Fleisch von Muscheln aus Bächen, Flüssen, Seen und Meeren sowie die Eier von brütenden Wildvögeln wußte man sporadisch ebenfalls zu schätzen. Der Fischfang und die Jagd auf Wasservögel erfolgten teilweise von Booten aus.

Außer Getreide baute man in der Bronzezeit auch Gemüse wie Kohl, Möhren, Linsen, Erbsen und Ackerbohnen (Pferde- oder Saubohnen genannt) an. Sie dienten zur Herstellung von Brei. Aus Schlafmohn, Flachs und später Leindotter wurde pflanzliches Öl für Speisezwecke gewonnen.

Nach den Funden aus damaligen Siedlungen zu schließen, waren auch viele eßbare Sammelpflanzen bekannt, die in freier Natur wuchsen. Dazu gehören Wildäpfel, Wildbirnen, Schlehen, Trauben von Wildem Wein, Kornelkirschen, Himbeeren, Walderdbeeren, Brombeeren, Schwarzer Holunder, Haselnüsse und Eicheln. Weintraubenreste kennt man aus Franzhausen in Niederösterreich und aus Plauen (Elstertalkreis) in Sachsen. Obst ist mitunter als Vorrat gedörrt worden.

Krusten aus Kochtöpfen der spätbronzezeitlichen Seeufersiedlung von Zug in der Schweiz zeigten, dass man verschiedene Pflanzen zusammen zubereitete. Eine solche Kruste bestand vor allem aus Dinkel und Linsen, mit denen Saatgerste, Rispenhirse, Seebinse, großes Nixenkraut, Haselnuß, Hahnenfuß, Brombeere, Wildapfel, Hundspetersilie, bittersüßer Nachtschatten, Zwergholunder und Feldsalat vermischt wurden.

Im Grab einer Frau von Egtved in Dänemark ist in einer Birkenrindenschachtel sogar der Rest eines alkoholisches Getränkes nach gewiesen worden. Es handelte sich um ein Fruchtbier aus Weizen und Preiselbeeren mit Zusatz von Porst und Honig. Drei bronzene Gefäße - ein Eimer, eine Tasse und ein Sieb - in einem reich ausgestatteten Grab von Hart an der Alz (Landkreis Altötting) in Bayern gelten als Weinservice. Dem damit versehenen, wohl bedeutenden Toten hatte man auch Teile eines vierrädrigen Prunkfahrzeuges ins Grab gelegt.

Zumindest in Bayern hat man bereits Hanf oder Mohn geraucht. Den Beweis dafür lieferte der Fund des tönernen Kopfes einer Pfeife aus Bad Abbach-Heidfeld (Landkreis Kelheim), an dem noch ein winziger Rest des einstigen hölzernen Saugrohres haftete.
  Wed, 30 Jan 2008 07:42:00 +0100
Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die ersten Rasiermesser aus Metall gab es ab der mittleren Bronzezeit um 1600 v.Chr. in Europa. Derartige Funde wurden unter anderem auch in Deutschland und Dänemark relativ häufig geborgen. Die Rasiermesser der damaligen Zeit bestehen aus ausgedengelter Bronze und haben messerartige bis halbmondförmige Gestalt. Man benutzte zwei- und einschneidige Rasiermesser. Bei ersteren wurde vorwiegend der Griff verziert, bei zweiteren neben dem Griff auch Blatt und Rücken. Experimente haben gezeigt, dass man mit bronzezeitlichen Rasiermessern gut die Kopf- und Barthaare schneiden konnte.


Video "Countryside history - 2000 BC" von Youtube
http://www.youtube.com/watch?v=2U2K_sHJqCg

Leseprobe aus dem Taschenbuch „Die Bronzezeit“ von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung

Als Bronzezeit wird jenes Zeitalter der Menschheitsgeschichte bezeichnet, in dem erstmals in größerem Umfang aus einer Verbindung der Metalle Kupfer und Zinn – nämlich Bronze – Werkzeuge, Waffen und Schmuck angefertigt wurden. Nach der vorangegangenen, viel längeren Steinzeit ist die Bronzezeit in Europa mit ihrer verhältnismäßig geringen Dauer von maximal 1500 Jahren das zweitlängste Zeitalter der Urgeschichte.
Die Bronzezeit begann – nach den ältesten Bronzefunden zu schließen – in Mesopotamien, Ägypten, auf der Mittelmeerinsel Kreta, in Troja und Südosteuropa schon um 2500 v. Chr., nahm in manchen Teilen Mitteleuropas etwa 2300 v. Chr. ihren Anfang und setzte in Nordeuropa erst gegen 1600 v. Chr. ein. Die Bronzezeit endete mit dem Aufkommen des Eisens, also bei den Hethitern in Kleinasien schon 1300 v. Chr., in Griechenland etwa 1200 v. Chr., in Italien und auf dem Balkan um 1000 v. Chr., in Teilen Mitteleuropas ungefähr 800 v. Chr. und in Nordeuropa erst um 500 v. Chr. Bronzezeitliche Kulturen haben in Europa, Afrika und Asien existiert.
Der Begriff »Bronzezeit« wurde 1836 in einem Museumskatalog durch den dänischen Prähistoriker Christian Jürgensen Thomsen (1788–l865) aus Kopenhagen eingeführt. Statt des Namens Bronzezeit schlug der Prähistoriker Christian Strahm aus Freiburg/Breisgau bei einem Vortrag im April 1991 den Ausdruck »Metallikum« vor, weil man erst seit diesem Abschnitt von einer weitverbreiteten Metallurgie sprechen könne. Strahm bezeichnete die ältere Frühbronzezeit in Mitteleuropa als »Aufbauphase« und die entwickelte Frühbronzezeit als »industrielle Phase« der Metallurgie.
Bis in die Bronzezeit reichen die Anfänge der Antike, also des klassischen oder griechisch-römischen Altertums, zurück. Die Historiker datieren den Beginn der Antike uneinheitlich. Sie lassen die Antike entweder schon mit der frühgriechischen Einwanderung in Hellas vor 1500 v. Chr. beginnen oder erst mit der eigentlichen griechischen Geschichte etwa 500 Jahre später. Auch bezüglich des Endes der Antike war man sich nicht einig. Es wird durch bestimmte historische Ereignisse – wie etwa den Beginn der Alleinregierung Konstantins 324 n. Chr. oder die Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustus durch den Söldnerführer Odoaker 476 n. Chr. – markiert.
Außer den archäologischen Funden geben auch zahlreiche schriftliche Quellen über das bronzezeitliche Leben Auskunft, weil in dieser Periode die Schrift in Ägypten, Sumer und Babylonien bereits bekannt war und auf Kreta, in Phönikien und Griechenland eingeführt wurde. So liegen beispielsweise für Ägypten aus der Zeit nach 2000 v. Chr. die Dauer der einzelnen Herrscherdynastien, die Regierungszeit der Pharaonen, deren Namen sowie Jahreszahlen wichtiger Ereignisse vor. Dieses Zahlengerüst liefert manchmal wertvolle Anhaltspunkte bei Datierungsfragen.
  Fri, 11 Jan 2008 21:15:00 +0100
Bronzezeitbuch

Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Alle Kulturen der Bronzezeit in Deutschland werden im Weblog "Welt der Bronzezeit" beschrieben. Dabei handelt es sich um Texte in alter deutscher Rechtschreibung für das 1996 erschienene Buch "Deutschland in der Bronzezeit" des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Das Weblog ist unter der Adresse http://welt-der-bronzezeit.blogspot.com im Internet zu finden. Am Anfang wird die Aunjetitzer Kultur beschrieben, am Ende die Lausitzer Kultur. Das Buch "Deutschland in der Bronzezeit" ist vergriffen und nur noch gebraucht erhältlich! Zum Beispiel bei: http://www.zvab.de

Die Bronzezeit gilt als erste und längere der so genannten Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. Bronze ist eine Metalllegierung aus Kupfer und Zinn.

Die Bronzezeit begann in Süddeutschland schon vor etwa 2.300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1.600 bis 500 v. Chr.

Mit der ersten und längeren der Metallzeiten in Europa befasst sich das Weblog "Welt der Bronzezeit". Es informiert über Entdeckungen, Funde, Museen, Ausstellungen, Bücher und Internetseiten.

Weil die meisten Goldfunde der Urgeschichte aus der Bronzezeit stammen, wird diese von manchen Prähistorikern auch als "goldenes Zeitalter" bezeichnet. Berühmt sind vor allem die so genannten "goldenen Hüte" aus Süddeutschland und Südfrankreich, die eine Rolle im Kult spielten.
  Fri, 11 Jan 2008 12:13:00 +0100
Leseprobe aus dem E-Book und dem Taschenbuch "Die Lausitzer Kultur" von Ernst Probst:

Eine der wichtigsten Kulturen Mitteleuropas war von etwa 1300 bis 500 v. Chr. die Lausitzer Kultur. Sie entwickelte sich vermutlich aus der Vorlausitzer Kultur und existierte während der mittleren und jüngeren Bronzezeit sowie in der frühen Eisenzeit. In diesem Kapitel werden lediglich die bronzezeitlichen Abschnitte von etwa 1300 bis 800 v. Chr. behandelt, die ungefähr der Lebensdauer der süddeutschen Urnenfelder-Kultur entsprechen.
Das Verbreitungsgebiet der Lausitzer Kultur reichte im Westen bis an die Saale in Mitteldeutschland, während es im Süden Nordböhmen, Nordmähren und die nordwestliche Slowakei umfaßte. Im Nordwesten gehörte das südliche Brandenburg dazu, und im Osten bildete die heutige polnische Provinz Posen (Poznan) die Grenze. Die Prähistoriker unterscheiden zwischen einer Ost-, West-, schlesisch-mährischen, oberschlesisch-polnischen, mittelschlesischen und einer Lausitz-sächsischen Gruppe.
Zur Westgruppe rechnet man die einst vor allem in der Lausitz im südlichen Brandenburg und in Sachsen ansässige Lausitz-sächsische Gruppe. Dazu gehörten im Norden die Spindlersfelder Gruppe, im Osten die Niederlausitzer Gruppe, Neißemündungs-Gruppe, Oberlausitzer Gruppe, Aurither Gruppe sowie im Westen die Fläming-Gruppe, Schliebener Gruppe, Elbe-Mulde-Gruppe, Elbe-Elster-Gruppe, Dresdener Gruppe und Osterländische Gruppe. Letztere hatte sich überwiegend östlich der Saale in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie geringfügig auch in der Umgebung westlich der Saale niedergelassen.
Den Begriff Lausitzer Kultur hat 1880 der damals an der Universität Berlin wirkende Pathologe Rudolf Virchow (1821-1902) geprägt. Virchow erkannte bei Besuchen des Gräberfeldes von Zaborow bei Priment (Provinz Posen) in den 1870er und 1880er Jahren, daß ein Teil der dortigen Funde von einer selbständigen Kultur stammt. Denn bestimmte Tongefäße lagen tiefer als die slawische Keramik und unterschieden sich durch ihr feineres Tonmaterial, ihre Form und Verzierungen deutlich von dieser.

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Bestellungen des E-Books "Die Lausitzer Kultur" bei "GRIN Verlag für akademische Texte":
http://www.grin.com/e-book/93341/die-lausitzer-kultur

Bestellungen des Taschenbuches "Die Lausitzer Kultur" bei Libri:
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/7574628/ernst_probst_die_lausitzer_kultur_3640111788.html
Die bemalten Steinkisten

Bronzezeitbuch

Rohfassung eines Textes für das Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung

Zu beiden Seiten der unteren Saale in Sachsen-Anhalt breitete sich von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. der Lebensraum der Saalemündungs-Gruppe aus, die vor allem im Köthen/Bernburger Land konzentriert war. Diese Gemeinschaft konnte jenseits der Elbe nur geringfügig Fuß fassen. Die Bezeichnung »Saalemündungs-Gruppe« wurde 1935 von dem damals am Landesmuseum Halle/Saale arbeitenden Prähistoriker Hellmut Agde (1909-1940) vorgeschlagen.
Nachbarn der Saalemündungs-Gruppe waren im Süden die Helmsdorfer Gruppe, im Westen die Lüneburger Gruppe, im Norden die Elb-Havel-Gruppe der nordischen jüngeren Bronzezeit und im Osten die Spindlersfelder Gruppe der Lausitzer Kultur. Mit Angehörigen dieser, aber auch anderer Gemeinschaften hatten die Menschen der Saalemündungs-Gruppe Kontakt und betrieben sie Tauschgeschäfte.
Bei Untersuchungen der menschlichen Leichenbrände aus Steinkistengräbern der Saalemündungs-Gruppe haben Anthropologen eine auffällig hohe Sterblichkeit von Kindern und Jugendlichen festgestellt. Mitunter kamen auf zehn nichterwachsene nur drei erwachsene Tote.
Der Stoff für die Kleidung aus Leinen oder Schafwolle wurde auf Webstühlen angefertigt. Reste eines etwa drei Meter breiten Webstuhles von unbekannter Höhe kamen in der Siedlung von Wallwitz1 (Kreis Jerichower Land) unweit von Magdeburg zum Vorschein. Dabei handelte es sich um Pfostenlöcher der Holzkonstruktion des Webstuhles und um tönerne Webgewichte in einer Siedlungsgrube.
Mit dem Wallwitzer Webstuhl ließen sich – wie die Aufreihung der Webgewichte ergab – Stoffbahnen von etwa zwei Meter Breite herstellen. Dieses Gerät wurde durch einem Brand zerstört. Beim Verbrennen der Kettfäden fielen die tönernen Webgewichte lotgerecht auf einer Länge von 2,45 Metern in die Grube.
Die pyramidenförmigen Webgewichte aus Wallwitz sind etwa 16 bis 18 Zentimeter lang und im oberen Drittel durchbohrt, damit die Kettfäden befestigt werden konnten. Die
an mehreren Löchern durch Kettfäden entstandenen Scheuer- und Schleifspuren belegen einen längeren Gebrauch der Webgewichte.
Häufig wurden die Siedlungen neben einem Bach oder Fluß angelegt. Meistens blieben davon nur noch runde Vorratsgruben erhalten. Es gab unbefestigte sowie mit Graben und Wall gesicherte Siedlungen.
Die unbefestigte Siedlung von Wallwitz umfaßte 16 Häuser. Ein Bronzedepot in einem dieser Gebäude wird von dem Ausgräber Heribert Stahlhofen aus Halle/Saale als Opfer- oder Weihegabe gedeutet. Dabei könnte es sich nach seiner – nicht unumstrittenen – Ansicht um ein Bauopfer handeln, das man vollbrachte, um für die Bewohner des Hauses Glück und Segen zu erbitten.
Die Kombination des Bronzedepots mit Schmuck (Armring, Spiralplattenfibel), Waffe (Lanzenspitze) und Arbeitsgerät (Sichelfragment), die sich sowohl aus weiblichen als auch aus männlichen Besitzanteilen zusammensetzt, könnte ein Hinweis für eine gemeinsame Opfergabe der Hausbewohner sein. Aber auch ein Handwerkerdepot ist nicht ganz auszuschließen, weil von der Sichel ein Stück abgetrennt und anderweitig verwendet wurde. Ungefähr
200 Meter vom Fundort dieses Depots entfernt hatte man einzige Jahrzehnte zuvor ein weiteres Depot entdeckt, das zwei bronzene Armbergen oder Beinringe enthielt.
Wie groß die Häuser jener Zeit waren, belegt ein Fund aus Wulfen im Kreis Köthen. Der dort freigelegte Grundriß eines Pfostenhauses ist etwa 14 Meter lang und fünf Meter breit.
Anhand eines Tierknochens aus einem der Steinkistengräber von Altenburg (Kreis Bernburg) konnte die Haltung von Schafen nachgewiesen werden. Daß man auch Pferde als Haustiere besaß, beweisen Funde aus Halle/Saale-Kanena und Wallwitz (Kreis Jerichower Land). Der vom Rumpf getrennte Pferdekopf aus Halle-Kanena wurde von dem Prähistoriker Walther Schultz (1887-1982) aus Halle/Saale als Opfergabe gedeutet.
Die Tongefäße der Saalemündungs-Gruppe sind häufig geglättet und poliert. Anders als die hellen, lederbraunen Tongefäße der Lausitzer Kultur haben diejenigen der Saalemündungs-Gruppe meistens eine dunkelgraubraune oder dunkelgraue bis schwärzliche Farbe. Zur Keramik gehörten Zylinderhalsterrinen, Trichterschalen, Doppelkoni, zweihenkelige Amphoren, Tassen, Kannen, Vorratsgefäße, Tonteller, Schalen mit Radkreuzmuster innen und außen sowie Sauggefäße.
Die Sauggefäße zum Füttern von Kleinkindern waren teilweise in Gestalt eines Stieres modelliert worden. Derartige Objekte wurden in Gräbern von Aschersleben und Staßfurt-Leopoldshall (beide Kreis Aschersleben-Staßfurt) geborgen. Sie haben jeweils einen schlanken, zitronenförmigen Körper. Das Sauggefäß von Aschersleben ist mit einem Standboden, das von Staßfurt-Leopoldshall dagegen mit vier Füßen versehen.
Von den Saalemündungs-Leuten wurden auch Tongefäße anderer Kulturen importiert. So stammen eine Schale mit vor dem Brand eingesetzten Bronzenieten aus Dessau-Großkühnau von der süddeutschen Urnenfelder-Kultur, ein Doppelgefäß aus Wulfen (Kreis Köthen) von der böhmischen Knovízer Kultur und ein Pokal aus Osternienburg (Kreis Köthen) von der Lausitzer Kultur.
Fraglich ist der Verwendungszweck eines 15,6 Zentimeter langen Tonhorns aus Calbe/Saale (Kreis Schönebeck), das einem Pferdekopf ähnelt. Weil an der kleinen Öffnung dieses Objekts Grünspanreste mit Kupfer haften und es großer Hitze ausgesetzt war, wird es als Blasebalgdüse gedeutet, deren kleinere Öffnung ins Innere des Schmelzofens reichte. Ein ähnliches Exemplar aus Hrádek bei Kramolín in Mähren enthält ein Stück Kupfer an der Innenwandung.
Zu den bronzenen Werkzeugen gehörten Knopfsicheln, Absatz- und Lappenbeile sowie bronzene Sägen. Neben bronzenen Werkzeugen gab es zudem solche aus Gestein. In ei-nem Steinkistengrab von Großwirschleben (Kreis Bernburg) lag die fragmentarisch erhaltene Klinge eines Beiles aus Felsgestein.
Aus Schadeleben (Kreis Aschersleben-Staßfurt) liegt ein bronzenes Hängebecken vor. Es ist neun Zentimeter hoch, hat einen Durchmesser von 21,2 Zentimetern und wurde zusammen mit einer Plattenfibel gefunden.
Auch die Angehörigen der Saalemündungs-Gruppe haben manchmal metallene Gefäße eingetauscht. Als derartige Importware gilt die Bronzetasse von Osternienburg (Kreis Köthen). Sie ist auf dem Boden mit einem sechszackigen Sternmuster verziert.
Als seltener Fund gilt das stark beschädigte Goldgefäß aus Krottorf (Bördekreis). Es ist sechs Zentimeter hoch, hat einen Durchmesser von 13 Zentimetern und wiegt 68,7 Gramm.
Im Umkreis von Halle/Saale wurden viele tönerne Geräte geborgen, die zur Salzherstellung dienten. Dabei handelt es sich um Stützen, die über den Feuerstellen mit Salz gefüllte Tonwannen trugen. In den Wannen hat man das für Tauschgeschäfte bestimmte Salz getrocknet, geformt und gehärtet. Eine Salzsiedersiedlung lag auch am ehemaligen Salzigen See bei Erdeborn (Kreis Mansfelder Land).
Pferde dienten als Reit-, Zug- und Opfertiere. Zwei Stücke einer bronzenen Pferdetrense wurden in Calbe/Saale (Kreis Schönebeck) gefunden. Eines davon ist
15,5 Zentimeter lang und wiegt 150 Gramm, das andere ist 16 Zentimeter lang und 127 Gramm schwer. Beide Teile sind mit Ösen versehen.
Ein Fund aus Altenburg (Kreis Bernburg) veranschaulicht, daß auch manche Kinder Schmuck trugen. Die Urne mit dem Leichenbrand eines Kindes enthielt drei kleine Ringe aus Bronzedraht.
Sogar Goldschmuck konnte man sich im Gebiet der Saalemündungs-Gruppe leisten. Aus Neuendorf am Damm/Karritz (Altmarkkreis Salzwedel) kennt man eine bronzene Schmuckdose, die zwei goldene Ringe in Form von Drahtspiralen enthielt. In Spergau (Kreis Merseburg-Querfurt) wurden ein Tongefäß mit einem goldenen Noppenring aus Doppeldraht und eine verbogene Golddrahtspirale von Fingerformat geborgen.
Über die Kunst der Saalemündungs-Gruppe ist nichts bekannt. Der in einem Grab gefundene, 70 Zentimeter lange, 25 Zentimeter breite und zehn Zentimeter dicke Bildstein von Pfützthal (Saalkreis) in Sachsen-Anhalt dürfte schon in der Jungsteinzeit entstanden und nur als Baumaterial wiederverwendet worden sein. Dieser Bildstein ist mit einem auf dem Kopf stehenden, langgezogenen T, das wohl eine menschliche Nase darstellen soll, verziert. Darunter befindet sich ein waagrechter Strich, der vermutlich den Mund symbolisiert. Es folgen vier halbkreisförmige Linien, die Halsschmuck andeuten, und auf der Mitte der Platte zwei Reihen ineinanderliegender Winkel.
In der älteren Phase der Saalemündungs-Gruppe (Periode IV) erfolgten die Brandbestattungen in Steinkisten oder in Steinpackungsgräbern. Sie lagen in Gruppen von drei bis zu fünf Gräbern zusammen. Der Leichenbrand von meistens einem, manchmal aber auch von zwei Toten wurde jeweils in eine große Zylinderhalsterrine geschüttet und ins Grab gestellt.
Dagegen nahm man in der jüngeren Phase (Periode V) die Brandbestattungen ausschließlich in Steinkisten vor, die zuweilen mehrere kleine Tongefäße mit dem Leichenbrand von zwei bis fünf Menschen aufnahmen. Die jeweils in den Steinkisten beerdigten Menschen sind wohl nicht alle zur gleichen Zeit verstorben. Es handelte sich auch nicht um Grablegen von vollständigen Familien, sondern lediglich bestimmter Familienangehöriger.
Zu den als Urnen benutzten Zylinderhalsterrinen und Tassen wurden manchmal leere oder mit Speisen gefüllte Tongefäße als Grabbeigaben gestellt. Hierfür fanden Becher, Näpfe, Schalen, Tassen und Terrinen Verwendung.
Bedeutenden Toten dürften die im Inneren bemalten Steinkisten vorbehalten gewesen sein. Im der 1913 entdeckten Steinkiste am Galgenberg bei Großwirschleben (Kreis Bernburg) waren die Wände und die Decke im Inneren der Grabkammer von Resten einer weißen mit feinem Sand vermischten Tonschicht bedeckt. Die Wände hatte man mit waagrechten farbigen Steifen geschmückt. An der Nordwand folgten auf einen schwarzen Streifen von fünf Zentimeter Breite fünf unregelmäßige rote Streifen von zwei bis 3,5 Zentimeter Breite, die von vier Millimeter breiten Streifen der weißgrauen Tonschicht unterbrochen waren.
Mehrere bemalte Steinkisten kamen 1853 oder 1854 bei der Abtragung des »Langen Berges«, eines von zwei Grabhügeln bei Baalberge (Kreis Bernburg), ans Tageslicht. Die meisten davon sollen im Inneren rot bemalt gewesen sein. Eines dieser Gräber war angeblich von oben nach unten in weißer, schwarzer und roter Farbe gehalten.
Zum Kult der Saalemündungs-Gruppe gehörten Speiseopfer, Schädelbestattungen, Menschenopfer und rituell motivierter Kannibalismus. Solche Praktiken waren damals auch in anderen Kulturen jener Zeit bekannt.
Speiseopfer hat man in überaus sorgfältig hergestellten und verzierten Tongefäßen dargebracht. Eine derartige Weihegabe kennt man beispielsweise von Aken im Kreis Köthen.
Vereinzelte Beisetzungen menschlicher Schädel lassen sich am ehesten kultisch deuten. Vielleicht betrachtete man den Kopf als wichtigsten Teil des Toten und hat ihn deswegen in manchen Fällen besonders behandelt. Eine Schädelbestattung wurde in Klebs (Kreis Jerichower Land) entdeckt.
Das Gräberfeld vom Sehringsberg

Bronzezeitbuch

Rohfassung eines Textes für das Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung

Im östlichen und nördlichen Harzvorland von Sachsen-An-halt behauptete sich von etwa 1300/1200 bis um 600 v. Chr. die Helmsdorfer Gruppe. Ihr südlicher Nachbar war die im Thüringer Becken konzentrierte Unstrut-Gruppe, ihr nördlicher Anrainer die beiderseits der unteren Saale heimische Saalemündungs-Gruppe.
Zwischen diesen drei Kulturen lassen sich wegen fließender Übergänge keine deutlichen Abgrenzungen vornehmen. Bei der Keramik hatte die Helmsdorfer Gruppe viele Gemeinsamkeiten mit der Saalemündungs-Gruppe. Dagegen spiegeln ihre Bronzeobjekte einen engen Kontakt mit der Unstrut-Gruppe wider.
Die Helmsdorfer Gruppe verdankt dem Gräberfeld auf dem Sehringsberg beim Ortsteil Helmsdorf von Heiligenthal1 (Kreis Mansfelder Land) in Sachsen-Anhalt ihren Namen. Der Begriff Helmsdorfer Gruppe geht auf den Prähistoriker Jörg Lechler (1894-1969) zurück, der 1913 bis 1918 auf dem Sehringsberg gegraben und 1925 vom Helmsdorfer Kulturkreis gesprochen hatte. Der Name Helmsdorfer Gruppe wurde 1967 von dem am Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle/Saale, tätigen Prähistoriker Berthold Schmidt eingeführt.
Vor allem im östlichen Harzvorland sind auffällig viele Funde, Siedlungen und Gräberfelder entdeckt worden. Demzufolge dürfte die entsprechende Bevölkerungskonzentration auf den Abbau von Kupfererz im Mansfelder Land und dessen Weiterverarbeitung sowie auf die für den Ackerbau günstigen Böden zurückzuführen sein.
Der Prähistoriker Berthold Schmidt hat 1978 die Ansicht vertreten, man könne den Zeitabschnitt, in dem die Helmsdorfer Gruppe im Harzvorland existierte, fast als ein »goldenes Zeitalter« bezeichnen. Er schrieb damals: »Es handelt sich um eine Epoche, in der große Siedlungen, Befestigungen, ausgedehnte Gräberfelder mit anspruchsvollen Grabdenkmälern errichtet, aufwendige religiöse Zeremonien veranstaltet, wohl intensiv Kupfer abgebaut und Bronze zahlreich verwendet wurde, in der Viehhaltung und Ackerbau blühten und die Anzahl der hier wohnenden Menschen relativ hoch gewesen sein muß.«
Die Helmsdorfer Leute wohnten in unbefestigten und befestigten Siedlungen. In Polleben2 (Kreis Mansfelder Land) lagen die Dörfer jener Zeit in sanfter Hanglage. Eine unbefestigte Höhensiedlung mit einer Fläche von etwa zwei bis drei Hektar war auf einer Hochebene nördlich von Timmenrode (Kreis Wernigerode) angelegt worden.
Durch Grabungen nachgewiesene befestigte Höhensiedlungen der Helmsdorfer Gruppe sind bisher vom Burgberg bei Bösenburg (Kreis Mansfelder Land), auf der Schalkenburg bei Quenstedt (Kreis Mansfelder Land) und auf dem Kleinen Gegenstein bei Ballenstedt/Harz (Kreis Quedlinburg) bekannt. Vermutlich war auch der Burgberg von Quedlinburg als Bollwerk ausgebaut.
Der etwa 600 Meter lange und 250 Meter breite Burgberg (auch Kirchberg genannt) östlich von Bösenburg, einem Ortsteil von Rottelsdorf, ist von der angrenzenden Hochfläche durch eine Schlucht getrennt. Auf dem Bergsporn wurde ein Areal von etwa zwölf Hektar ringsum durch einem mächtigen Wall geschützt, der aus Löß und Baumstämmen bestand.
Von den ehemaligen Behausungen zeugen in den Sandsteinfelsen eingetiefte Vorratsgruben und Pfostenlöcher. Die Bewohner der Wallburg haben ihre Toten auf dem nahe gelegenen Goldberg bestattet. Diese Befestigung bei Bösenburg bestand etwa vier Jahrhunderte lang. Sie wurde in der frühen Eisenzeit um 600 v. Chr. bei einem Angriff in Brand gesetzt und zerstört.
Die Wände damaliger Wohnhäuser sind nicht nur mehrfach neu verputzt, sondern zuweilen auch bemalt worden. Der entsprechende Nachweis hierfür gelang in einer Siedlung zwischen Bösenburg und Rottelsdorf (Kreis Mansfelder Land). Dort fand man Lehmbrocken, die bis zu dreizehnmal mit weißer Farbe getüncht wurden. Auf einigen Stücken sind sogar Reste roter Bemalung zu beobachten. Dabei handelte es sich um eine Verzierung mit parallelen geraden Streifen, gebogenen Streifen und Punkten. Die weiße Farbe enthält vor allem Kaolin, die rote ein Gemisch aus Kaolin und Eisenoxyd.
Als Sicherungsmaßnahmen für die Befestigung auf der Schalkenburg bei Quenstedt dienten ein aus Holz und Erde errichteter Wall sowie zwei davor ausgehobene Gräben. An die hölzerne Innenwand des Holz-Erde-Walles waren kasemattenartige Langhäuser angebaut. Auch diese Wallburg fiel um 600 v. Chr. einem Feuer zum Opfer.
Die Wallburg auf dem Kleinen Gegenstein bei Ballenstedt nahm eine Fläche von etwa 400 Meter Länge und 225 Meter Breite, also von etwa neun Hektar, ein. Im Gegensatz zu den Befestigungen bei Bösenburg und auf der Schalkenburg wurde jene »Burg« nicht zerstört. Unklar ist, ob auch die Höhensiedlung auf dem benachbarten Großen Gegenstein befestigt war. Dort konnten nur dicht beieinanderliegende, runde Vorratsgruben aufgedeckt werden.
Die Bewohner der Wallburg bei Bösenburg säten und ernteten Dinkel (Triticum spelta), mehrzeilige Gerste (Hordeum vulgare), Emmer (Triticum dicoccon), Einkorn (Triticum monococcum) und Rispenhirse (Panicum miliaceum). Diese Getreidearten wurden getrennt angebaut. Außerdem sind in jener Befestigung auch Ackerbohne (Vicia faba) und Flachs (Linum usitatissimum) durch Funde nachgewiesen.
Bei Bösenburg ist in einem großen bottichartigen Holzgefäß die größte gehortete Getreidemenge Mitteldeutschlands entdeckt worden. Sie bestand aus vier Zentnern Getreide und Unkrautsämereien. Insgesamt konnten 26 Pflanzenarten nachgewiesen werden. Der Getreidefund stammt aus der frühen Eisenzeit um 600 v. Chr.
In Burgsdorf (Kreis Mansfelder Land) hat man auf einem Gräberfeld in flachen Opfergruben Schädel und untere Teile von Pferdebeinen bestattet. Es handelte sich vermutlich um kleinwüchsige weibliche Tiere mit einer Widerristhöhe von 1,27 Metern.
In einer Grube der erwähnten Siedlung zwischen Bösenburg und Rottelsdorf lagen außer Lehmbewurf und Wandverputz auch Reste von Webgewichten sowie Knochen vom Rind, Reh, (Capreolus capreolus), ein Zahn vom Rothirsch (Cervus elaphus) und das Bruchstück einer Malermuschel (Unio pictorum).
Die Keramik der Helmsdorfer Gruppe besteht häufig aus dunkelbraunem, schokoladenbraunem und dunkelgrauem, seltener schwärzlichem Ton. Typisch sind abwechselnde senkrechte Furchen- und Riefengruppen als Verzierung auf dem Gefäßbauch. Es gab Töpfe, Schalen, Schüsseln, Henkelkrüge und Tassen mit Schrägriefen. Mit der Saalemündungs-Gruppe hatte die Helmsdorfer Gruppe tönerne Trichterschalen, Zylinderhalsterrinen und das im Gefäßinneren angebrachte vierspeichige Radkreuzmuster gemeinsam.
Von der erwähnten Befestigung auf der Schalkenburg bei Quenstedt liegt ein tönernes Sauggefäß in Stiergestalt vor. Dieses 12,5 Zentimeter hohe Objekt hat ein Fassungsvermögen von 575 Kubikzentimetern. Damit ist es mehr als doppelt so groß wie die üblichen für Kinder angefertigten Sauggefäße, deren Volumen meistens weniger als 270 Kubikzentimeter beträgt. Vielleicht wurde damit ein kranker oder alter Mensch ernährt. Unbekannt ist die Funktion eines Tonhorns aus Polleben (Kreis Mansfelder Land).
Wie bei der Unstrut-Gruppe waren auch im Verbreitungsgebiet der Helmsdorfer Gruppe bronzene Hakenspiralen und gedrehte Halsringe üblich. Die Hakenspiralen werden als Objekte zum Zusammenhalten eines Gewandes gedeutet.
Zur Brandbestattung eines etwa sechs- bis achtjährigen Kindes bei Westerhausen (Kreis Quedlinburg) gehören neben mehreren Tongefäßen auch bronzene Schmuckstücke (zwei Anhänger, fünf kleine Bronzespiralen, Bronzedraht und ein zusammengewundenes Bronzeband mit 2,5 Zentimeter Durchmesser und 1,8 Zentimeter Breite). Davon ist ein 3,9 Zentimeter langer und 3,4 Zentimeter breiter Anhänger mit Ring und tierkopfähnlichen Aufsatz besonders er-wähnenswert. Bei dem Aufsatz könnte es sich um den Kopfteil und die Vorderbeine eines Bockes handeln, aber auch um eine menschenähnliche Darstellung wie auf skandinavischen Felsbildern.
In Quedlinburg sind mehr als 100 grünliche bis dunkelblaue Glasperlen gefunden worden, die als Importware gelten. Eine Glasperle mit einem Durchmesser von 1,2 Zentimetern und einem zentralen Bohrloch lag auch in einem Steinpackungsgrab von Beesenstedt (Saalkreis). Glasperlen waren damals selten.
Auf den Gräberfeldern der Helmsdorfer Gruppe wurden Körper- und Brandbestattungen vorgenommen. Die Steinpackungsgräber sind meistens von Norden nach Süden ausgerichtet. Den Leichnam oder den in einem Tongefäß aufbewahrten Leichenbrand legte man zusammen mit den Beigaben (Keramik Schmuck, Waffen) auf ein rechteckiges Steinpflaster. Darüber wurde eine Steinpackung in Form eines »falschen Gewölbes« aufgetürmt. Mehrfach waren die Gräber mit einem Kreisgraben versehen. Im nördlichen Harzvorland gab es auch Hügelgräber.
In der älteren Phase (Periode IV) der Helmsdorfer Gruppe wurden die Verstorbenen überwiegend einzeln in Steingrä-bern bestattet. Solche Gräber bildeten Dreier- bis Fünfergruppen. Im Gegensatz dazu beerdigte man in der jüngeren Phase (Periode V) den Leichenbrand der Toten jeweils in einem Tongefäß (Doppelkonus, Terrine), in Steinkisten oder in kürzeren steinkistenähnlichen Behältnissen. Diese enthielten zuweilen bis zu fünf Brandbestattungen.
Das Gräberfeld auf dem erwähnten Goldberg bei Bösenburg gilt als der größte Friedhof der Helmsdorfer Gruppe. Dort hat man einen Teil des Gräberfeldes systematisch untersucht und bisher 120 rechteckige Steinpackungsgräber und zwei Kreisgräben freigelegt. Der Ausgräber Berthold Schmidt aus Halle/Saale nimmt an, daß der Bestattungsplatz mindestens noch einmal die gleiche Anzahl von Gräbern oder das Vielfache davon enthält. Sie stammen überwiegend aus der Periode IV. Die Toten wurden entweder unverbrannt oder verbrannt beigesetzt.
Auf dem Goldberg hat man meistens nur einen Menschen, selten zwei Personen, bestattet. Die Gräber waren als Dreier- bis Fünfergruppen angelegt. Mehrfach wurden die Grabstätten durch steinerne Stelen markiert, die einst sichtbar waren, aber nach dem Zusammenbrechen der Gräber beziehungsweise deren Holzeinbauten im Erdreich einsanken.
Das etwa einen Kilometer südlich von Heiligenthal-Helmsdorf auf der Kuppe des Sehringsberges gelegene Gräberfeld umfaßte 62 Steinpackungsgräber und fünf Kreisgräben. Auf dem Berg bietet sich ein weiter Rundblick über das Mansfelder Land. Auch hier wurden die Toten sowohl unverbrannt als auch verbrannt nur mit spärlichen Beigaben bestattet.
Die Steinpackungsgräber auf dem Sehringsberg bestehen aus 20 bis 50 Zentimeter großen Bruchsteinen und sind mit einem Bodenpflaster, hochkant stehenden Seitensteinen sowie sich nach innen verjüngenden Abdeckungssteinen versehen. Meistens befand sich nur ein Skelett, seltener zwei Skelette, oder der Leichenbrand eines Menschen in einem Grab. In drei der erwähnten Kreisgräben war jeweils ein zentrales Steinpackungsgrab (Zentralgrab) errichtet worden. In zwei anderen Kreisgräben gab es außer dem Zentralgrab noch je eine zeitgleiche Nebenoder eine später erfolgte Nachbestattung.
Am Westabhang des Sehringsberges erinnert heute ein kleines, vom Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle/Saale, und ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern eingerichtetes Freilichtmuseum mit einigen Steinpackungsgräbern an das 280 Meter lange und 180 Meter breite Gräberfeld.
Etwa 20 bis 25 Hügel dürfte einst – Berichten aus dem 19. Jahrhundert zufolge – das Hügelgräberfeld bei Westerhausen im Kreis Quedlinburg gezählt haben. In den 1950er Jahren existierten davon nur noch acht Hügel mit Durchmessern von zwölf bis 23 Metern und einer erhaltenen Höhe von 0,35 bis 1,70 Metern. Bei der Freilegung eines dieser Hügel hat der erwähnte Prähistoriker Berthold Schmidt fünf Gräber vorgefunden.
Die Helmsdorfer Gruppe nahm vermutlich in der frühen Eisenzeit um 600 v. Chr. ein gewaltsames Ende. Ihre letzten Hinterlassenschaften finden sich im sogenannten Katastrophenhorizont, der unter anderem anläßlich von Untersuchungen der erwähnten Wallburgen bei Bösenburg und auf der Schalkenburg bei Quenstedt festgestellt wurde.
  Fri, 11 Jan 2008 12:04:00 +0100
Geschirr und Menschen als Opfergaben

Bronzezeitbuch

Rohfassung eines Textes für das Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung

Zu den selbständigen Kulturen der Spätbronzezeit in Mitteldeutschland gehörte die nach dem gleichnamigen thüringischen Fluß benannte Unstrut-Gruppe. Sie ist aus der mittelbronzezeitlichen Hügelgräber-Kultur hervorgegangen und wurde dabei stark von der Urnenfelder-Kultur geprägt. Den Begriff Unstrut-Gruppe hat 1943 der damals am Landesmuseum Halle/Saale wirkende Prähistoriker Wilhelm Albert von Brunn (1911-1988) vorgeschlagen.
Manche Prähistoriker verwenden statt dessen den Namen Walterslebener Gruppe, der sich auf das Gräberfeld von Erfurt-Waltersleben in Thüringen bezieht. Von der Walterslebener Gruppe hat 1928 als erster der Studienrat und Altertumsforscher Ernst Lehmann (1893-1950) aus Erfurt gesprochen. Nicht durchzusetzen vermochten sich die etwas umständlich klingenden Bezeichnungen »Kultur des Friedhofes auf dem Erfurter Flughafen« und »Kultur der thüringischen Steinpackungsgräber«.
Die Unstrut-Gruppe war von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. im Bereich der Unstrut bis zum Südharz verbreitet. Ihr Kerngebiet lag im Thüringer Becken, wo sich der fruchtbare Lößboden gut für den Ackerbau eignete. Einige Fundorte befinden sich im Fuldaer Becken in Nordhessen. Die Unstrut-Gruppe hatte Kontakt zu benachbarten Kulturen und wurde von diesen mehr oder minder stark beeinflußt.
Im Südwesten Thüringens wirkte sich – nach Erkenntnissen des Jenaer Prähistorikers Karl Peschel – zunächst die westböhmisch-ostbayerische Urnenfelder-Kultur in wesentlicher Weise aus. Sie formte die Unstrut-Gruppe mit und prägte den am Oberlauf der Saale und der Weißen Elster heimischen Zweig der Lausitzer Kultur zur Osterländischen Gruppe, die sich schätzungsweise 250 Jahre lang behauptete.
Später gerieten der Westen und die Mitte Thüringens in den Einflußbereich der untermainisch-schwäbischen Gruppe der Urnenfelder-Kultur und schließlich von deren niederhessischer Randzone. Damals verschmolzen mitunter die Formen und Verzierungen der Keramik der Unstrut-Gruppe und der niederhessischen Urnenfelder-Kultur.
Im Nordosten Thüringens jenseits von Helme und Unstrut ging die Unstrut-Gruppe in die Helmsdorfer Gruppe über. Diese Gemeinschaft war im östlichen und nördlichen Harzvorland von Sachsen-Anhalt ansässig.
Obwohl sich die Menschen der Unstrut-Gruppe und der erwähnten Osterländischen Gruppe der Lausitzer Kultur in Tracht und Kult unterschieden, vermischten sich beide in Ostthüringen. Zudem standen die Unstrut-Leute in Verbindung zur böhmischen Knovízer Kultur und praktizierten wie diese die Leichenzerstückelung.
Die Kleidung der Unstrut-Leute wurde mit Webstühlen angefertigt. Von einem solchen stammen 24 Webgewichte von 15 bis 18 Zentimeter Länge, die zusammen mit Keramikresten in einer Siedlungsgrube von Weimar-Belvedere geborgen wurden. Von der Kleidung selbst ist nur das Zubehör in Form bronzener Knöpfe mit rückwärtiger Öse sowie der Ei-, Rollenkopf-, Plattenkopf- und Vasennadeln, mit denen das Obergewand zusammengehalten wurde, erhalten.
Die bronzenen Rasiermesser der Unstrut-Gruppe haben teilweise einen kurzen, dreigeteilten Griff. In Kunitz (Stadt Jena) gelangte ein Rasiermesser aus Bronze nur halbiert ins Grab.
Reste von unbefestigten Siedlungen im Flachland wurden neben anderen in Erfurt-Nord und in Weimar-Belvedere entdeckt. Ihre Bewohner waren Ackerbauern und Viehzüchter.
In Erfurt-Nord kamen auf dem Gelände einer Kiesgrube Keller-, Abfall- und Feuergruben sowie Pfostenlöcher zum Vorschein. Die Abfallgruben enthielten Keramikreste, Speiseabfälle, Haustierknochen und Geräte. Ernst Lehmann hat 1929 diese Siedlungsrelikte irrtümlich der Knovízer Kultur zugerechnet, weil er darunter deren Keramik zu erkennen glaubte.
In Weimar-Belvedere konnten Gruben, Pfostenlöcher, Hüttenlehm, Webgewichte, Keramikreste, Tierknochen und eine bronzene Rollenkopfnadel ausgegraben werden. Die dortigen Keramikfragmente stammen von Terrinen, Doppelkoni, Eitöpfen, Tassen, Schalen und Vorratsgefäßen.
Auch auf Bergen haben unbefestigte Siedlungen der Unstrut-Gruppe gelegen. Das war auf dem Felsenberg bei Pößneck-Öpitz (Saale-Orla-Kreis) und auf dem Gleitsch bei Saalfeld (Kreis Saalfeld-Rudolfstadt) der Fall. In beiden Höhensiedlungen hielten sich Angehörige sowohl der Unstrut- als auch der Osterländischen Gruppe der Lausitzer Kultur auf.
Befestigte Höhensiedlungen sind von Menschen der Unstrut-Gruppe auf dem Alten Gleisberg (Mönchsberg) bei Graitschen (Saale-Holzland-Kreis), auf dem Jenzig bei Jena-Wenigenjena und auf dem Johannisberg bei Jena-Lobeda in Thüringen sowie auf der Altenburg bei Nebra/Unstrut (Burgenlandkreis) in Sachsen-Anhalt errichtet worden. Die ebenfalls bei Jena liegende Befestigung auf dem Dohlenstein wurde nur von Leuten der erwähnten Osterländischen Gruppe der Lausitzer Kultur bewohnt. Solche »Burgen« deuten auf unruhige Zeiten und kriegerische Auseinandersetzungen hin. Daneben werden sie aber auch als Handwerker- und Handelszentren betrachtet.
Die Höhensiedlung auf der Altenburg bei Nebra/Unstrut war mit einem Graben und mit einem Wall befestigt. Diese Wallburg wurde durch die damals in Halle/Saale arbeitenden Prähistoriker Volker Töpfer (1908-1989) und Dietrich Mania untersucht.
Im thüringischen Ichtershausen (Ilm-Kreis) ist der Anbau der Getreidearten Einkorn (Triticum monococcum), Emmer (Triticum dicoccon) und mehrzeilige Gerste (Hordeum vulgare) sowie der Hülsenfrüchte Ackerbohne (Vicia faba) und Linse (Lens culinaris) nachgewiesen. Außerdem barg man dort Reste der eßbaren Ackerunkräuter Roggentrespe (Bromus secalinus) und Windenknöterich (Polygonum convolvulus). In Erfurt-Nord kamen Emmer, Gerste, Rispenhirse (Panicum miliaceum) und Leindotter (Camelina sativa) zum Vorschein. Aus Leindotter ließ sich Öl für technische und für Speisezwecke herstellen. Auf der Altenburg bei Nebra/Unstrut sind Gerste und Emmer sowie Ackerbohne, Erbse (Pisum sativum) und Linse belegt.
Die Ackerbauern schnitten das reife Getreide meistens mit bronzenen Sicheln. Derartige Erntegeräte kamen mehrfach in großer Zahl in Depots vor. Allein zum Depot von Frankleben (Kreis Merseburg-Querfurt) gehören insgesamt 235 komplette Knopfsicheln und zwei Bruchstücke von solchen. Das Depot 1 von Braunsbedra (Kreis Merseburg-Querfurt) enthielt 84 bronzene Sicheln, das Depot von Schkopau (Kreis Merseburg-Querfurt) 36 Knopfsicheln und das Depot von Kretzschau-Groitzschen (Burgenlandkreis) in Sachsen-Anhalt etwa 50 Knopfsicheln.
Als typische Keramikformen der Unstrut-Gruppe gelten Schulterwulstamphoren, Terrinen mit Warzenbuckeln, konische Schalen, Teller mit Turban- und gezipfeltem Rand sowie Tassen und Näpfe. Die Tongefäße sind mit Warzenbuckeln, Rillen, senkrechten oder steilschrägen Riefen, Ringabrollungen, Einstichen und Kerbreihen verziert.
Tönerne Formen für den Guß von Ringen wurden in Pößneck-Schlettwein (Saale-Orla-Kreis) gefunden, wo Hinterlassenschaften der Unstrut-Gruppe zusammen mit Relikten der Osterländischen Gruppe der Lausitzer Kultur geborgen werden konnten. Die Gußformen kamen zusammen mit massiven rundstabigen Hals-, Arm- und Beinringen zum Vorschein.
Zum Formenspektrum der bronzenen Werkzeuge gehörten Knopf- und Zungensicheln, Lappen- und Tüllenbeile sowie Messer und Sägen. Zwei Bruchstücke einer Säge mit einem Loch am Ende hat man vor 1880 in Burgholzhausen (Burgenlandkreis) entdeckt. Aus Hirschgeweih angefertigte Geweihhämmer liegen aus Jena-Wöllnitz (ein Exemplar) und Erfurt-Melchendorf (zwei Exemplare) vor. An letzterem Fundort wurden des weiteren zwei Knochenpfrieme und die durchbohrte Klinge einer Steinaxt mit fünfeckigem Umriß geborgen.
Die Männer der Unstrut-Gruppe waren vor allem mit Lanzen bewaffnet, daneben aber auch mit Pfeil und Bogen sowie merklich seltener mit importierten bronzenen Schwertern.
Die hölzernen Pfeilschäfte wurden sowohl mit knöchernen als auch mit bronzenen Pfeilspitzen bewehrt. Knöcherne Pfeilspitzen hat man in Jena-Wöllnitz und Pößneck-Öpitz (Saale-Orla-Kreis) gefunden.
Das in Bothenheilingen (Unstrut-Hainich-Kreis) entdeckte Depot eines Händlers umfaßte sechs Schwerter. Davon sind zwei Möriger Schwerter (80,1 und 64,8 Zentimeter lang), zwei Auvernier-Schwerter (84,5 und 73,1 Zentimeter) und zwei Antennenschwerter (84,1 und 65,2 Zentimeter). Die Möriger und Auvernier-Schwerter wurden nach Funden aus Seeufersiedlungen in der Schweiz benannt.
Die Bergung eines weiteren Depots importierter Schwerter gelang im thüringischen Kehmstedt (Kreis Nordhausen). Es bestand aus sieben Schwertern und einer Lanzenspitze, alle mit der Spitze in dieselbe Richtung weisend. Das längste Schwert mißt 76 Zentimeter. Dieses Waffendepot lag frei im Boden und wird als Weihegabe an eine höhere Macht interpretiert.
Zum in den 1870er Jahren aufgefundenen Altmetalldepot von Schmiedehausen (Kreis Weimarer Land) gehörte sogar die beschädigte rechte Wangenklappe eines bronzenen Helmes. Sie hat zwei Löcher am oberen und eines am unteren Ende. Verziert ist sie mit zwei den Rand begleitenden Perlbuckelreihen.
Von Menschen der Unstrut-Gruppe sind manchmal metallene Gefäße importiert worden. Besonders eindrucksvoll belegt dies das Depot von Braunsbedra (Kreis Merseburg-Querfurt) mit sieben Bronzetassen vom Typ Fuchsstadt, zwei Bronzetassen mit Sternmuster vom Typ Osternienburg-Dresden und einer Schöpfkelle.
Im Depot von Pößneck-Schlettwein fanden sich unter anderem drei getriebene Bronzetassen. Eine davon entspricht dem Typ Fuchsstadt, dem eine andere gleicht, während die dritte dem Typ Jenisovice-Kirkendrup zugerechnet wird.
Zu den bronzenen Schmuckstücken der Unstrut-Gruppe zählen neben den bereits erwähnten Nadeln auch Hakenspiralen, gedrehte Halsringe, Schmuckscheiben (Phaleren) und dünne Ringe. In den Körpergräbern von Erfurt-Melchendorf kamen häufig als Haar- und Ohrschmuck angefertigte Gehänge aus ineinandergefügten kleinen Draht- und Blechringen zum Vorschein.
Außer metallenen Schmuckstücken trug man auch Muschelschmuck (Dreitzsch, Saale-Orla-Kreis, Erfurt-Melchendorf, Münchenroda, Stadt Jena). Die durchbohrte Muschelschale aus Erfurt-Melchendorf stammt von der heimischen Teichmuschel (Anodonta cygnea).
Die oft paarweise gefundenen Hakenspiralen – je eine größere und eine kleinere – dienten wohl zum Zusammenhalten des Gewandes. Ebenfalls nicht geklärt ist die Trageweise der dünnen Ringe von Erfurt-Steiger und Erfurt-Flughafen. Sie könnten als Kopfschmuck in der Ohrgegend, ein- oder beidseitig im Haar oder an einem Band getragen worden sein. Möglicherweise hingen sie auch an durchbohrten Ohrläppchen, wie auf späteren tönernen Gesichtsurnen zu sehen ist.
Aus der Gegend von Großbrembach (Kreis Sömmerda) in Thüringen kennt man einen Fahrweg jener Zeit. Darauf hinterließ ein Wagen mit einem Radabstand von einem Meter eine 25 Meter lange Spur.
Im Verbreitungsgebiet der Unstrut-Gruppe waren Körperbeerdigungen in Steinkisten und Steinpackungsgräbern sowie Brandbestattungen üblich. Die Steinpackungen lagen in Flach- oder Hügelgräbern. Das Hügelgräberfeld von Auleben (Kreis Nordhausen) umfaßte mehr als 200 Grabhügel, von denen die meisten in die jüngere Bronzezeit gehören. Bei Brandbestattungen diente des öfteren eine tönerne Terrine als Behältnis für den Leichenbrand.
Männer wurden häufig zusammen mit ihrer Lanze auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Von der Waffe blieb nur die bronzene Spitze erhalten, die man zusammen mit einer Nadel und einem Armring ins Grab legte. Frauen dagegen sind mehrfach mit zwei verzierten bronzenen Hakenspiralen und einer Nadel ausgestattet worden. Sowohl in Körper- als auch in Brandgräbern fanden Tongefäße als Beigaben Verwendung. Ein Brandgrab von Erfurt-Melchendorf enthielt 13 Beigefäße, die auf dem ausgestreuten Leichenbrand standen.
Als bisher größtes Gräberfeld der Unstrut-Gruppe gilt der Friedhof von Erfurt-Melchendorf, Fundstelle Wiesenhügel III, mit 79 untersuchten Gräbern. Davon waren
58 Körper- und 21 Brandgräber mit und ohne Steinschutz. Ursprünglich sollen dort nach Schätzungen des Ausgräbers Bernd W. Bahn aus Weimar etwa 150 bis 200 Beisetzungen vorgenommen worden sein.
Die Umrisse der Steinpackungsgräber mit Körperbestattungen von Erfurt-Melchendorf sind in der Mehrzahl langrechteckig, oval oder rhombisch. Unter ihnen befanden sich muldenförmige Grabgruben. Auf diesem Friedhof wurden auffallend viele Kinder bestattet. Einmal hat man eine Mutter zusammen mit ihrem Kind beerdigt.
Das Gräberfeld von Erfurt-Waltersleben, nach dem die eingangs erwähnte Walterslebener Gruppe bezeichnet ist, lag auf dem Flurstück Toter Mann. Dort sind schon 1881 die ersten Steinkistengräber und Gräber mit losem Steinschutz untersucht worden. Zwischen 1881 und 1901 kamen dort insgesamt 13 Gräber zum Vorschein.
Der Friedhof auf dem früheren Flughafen in Erfurt-Nord umfaßte 46 überwiegend aus Kalkstein errichtete Grabanlagen. Auf ihn war man 1926 bei Planierungsarbeiten für den Flughafen am Südabhang des Roten Berges gestoßen. Die Gräber wurden von dem Altertumsforscher Ernst Lehmann untersucht.
In einem Grab aus jener Zeit bei Altengottern (Unstrut-Hainich-Kreis) in Thüringen konnten Spuren von Grabräubern ermittelt werden. Die Frevler hatten einen Schacht zum Grab vorgetrieben, um dort wertvolle metallene Beigaben zu stehlen. Dabei zerstörten sie teilweise Skelette und warfen Grabbeigaben durcheinander. Bei Altengottern ist möglicherweise der erste direkt nachgewiesene Beraubungsschacht aus der Urnenfelder-Zeit entdeckt worden.
Zum Kult der Unstrut-Gruppe gehörten Geschirropfer, aus menschlichen Unterkiefern angefertigte Amulette, Menschenopfer und vermutlich auch rituell motivierter Kannibalismus.
Als Geschirropfer werden die Keramikreste in einer 1,20 Meter tiefen Grube mit einem Durchmesser von 1,50 Metern von Dreitzsch (Saale-Orla-Kreis) gedeutet. Dieser Fundort war sowohl von Angehörigen der Unstrut- als auch der Osterländischen Gruppe der Lausitzer Kultur besiedelt worden.
In Jena-Wöllnitz wurde ein aus einem menschlichen Unterkiefer angefertigtes Amulett gefunden. Es ist mit einem eingeritzten Radkreuz verziert, das vielleicht ein Sonnensymbol darstellte.
Einzelne im Siedlungsabfall von Erfurt-Nord vorhandene menschliche Knochen oder Knochenteile mit Schlag- und Brandspuren gelten als Zeugnisse kannibalischer Bräuche. Sie wurden zusammen mit verkohltem Getreide entdeckt und – wie erwähnt – fälschlicherweise der Knovízer Kultur zugeordnet.
Relikte kannibalischer Rituale lagen auch in zwei Siedlungsgruben der Altenburg bei Nebra/Unstrut in Sachsen-Anhalt. Zu dieser Auffassung gelangte der damals in Halle/Saale arbeitende Prähistoriker Dietrich Mania nach der Untersuchung der dortigen Funde.
In einer Grube fanden sich die Skelettreste eines Menschen, dem der Kopf abgetrennt sowie die Arme und Beine bis auf Stümpfe abgeschnitten oder abgeschlagen worden waren. Wie Brandspuren belegen, sind der vermutlich ausgeweidete Torso, der Schädel und die Schultergürtelteile gebraten worden. Den erhitzten Schädel hat man geöffnet, um das Gehirn zu entnehmen, und das so zubereitete Opfer offenbar verzehrt. Anschließend hat man die noch im Skelettverband befindlichen Reste bestattet.
In einer anderen Grube der Altenburg wurde ein vereinzeltes Schädelstück mit verkohlten Bruchrändern ausgegraben. Auch dieser zusammen mit großen Mengen gerösteten Getreides und Hülsenfrüchten geborgene Fund stammt wahrscheinlich nicht von einer regulären Bestattung.
Auf rituellen Kannibalismus lassen außerdem je ein »zerrupftes« Skelett bei Collenbey nahe Schkopau (Kreis Merseburg-Querfurt) und von Schkortleben (Kreis Weißenfels) schließen.
Bei Collenbey sind mehrere Gruben aufgedeckt worden, in denen sich eine große Anzahl von Scherben, Tierknochen, darunter zwei größtenteils erhaltene Rinderskelette, sowie Knochenreste von vier Erwachsenen und zwei Kindern fanden. Entweder sind diese Menschen unter Beigabe der Scherben und Tierknochen in den Gruben bestattet oder in diese zusammen mit Abfall geworfen worden. Letzteres hielt Ernst Lehmann für wahrscheinlicher. Er meinte, es handle sich um Leichen von Sklaven oder anderen Personen niedrigen Standes.
Unfaßliches spielte sich von der mittleren bis zur späten Bronzezeit/frühen Eisenzeit (etwa 1600 bis 800 v. Chr.) vor und in manchen Höhlen des Kyffhäusers nahe Bad Frankenhausen (Kyffhäuser-Kreis) in Thüringen ab. Dort wurden unter freiem Himmel und in Höhlen makabre Rituale abgehalten, bei denen man Tier- und Menschenfleisch verzehrte.
Von diesen Vorgängen zeugen in der Höhle 1 aufgeschlagene Menschenknochen mit Schnitt- und Feuerspuren. Dabei handelte es sich vor allem um Skelettfragmente von Jugendlichen und Kindern, die zusammen mit Tierresten in die Höhle geworfen wurden.
Im Spalt der Höhle 9 lagen Schweine-, Ferkel-, Ziegen-, Rinderknochen, Menschenwirbel sowie Reste von Fackeln, die wahrscheinlich in die Kluft hinabgeschleudert worden waren. Der Boden der von der Höhle 4 aus erreichbaren Höhle 9 war mit vertrocknetem Gras und Moos gepolstert. Zum Fundgut gehören Gürtel aus Rinde, Spanschachteln, ein Holzbrett, auf dem Fleisch geschnitten wurde, Fladenbrot, Fackelreste, Schnüre aus Menschenhaaren und ein Menschenschädel. Nach Ansicht des Ausgräbers Günter Behm-Blancke (1912-1994) aus Weimar haben dort Frauen eine Kultversammlung abgehalten und Opfergaben dargebracht.
Der Spalt der Höhle 10 enthielt Speisereste, Tier- und verstreute Menschenknochen. Die Knochenschichten waren teilweise mit Steinen bedeckt, die man vermutlich nach dem Mahl und der Versenkung in den Spalt der Höhle geworfen hatte.
Eine genaue kulturelle Zuordnung der Funde in den Kyffhäuserhöhlen bei Bad Frankenhausen zu einer Bevölkerungsgruppe ist bisher nicht möglich. Fest steht aber, daß es sich um einen über viele Jahrhunderte in bestimmten Abständen genutzten, überregionalen, heiligen Platz handelte, wo ganz unterschiedliche Rituale abgehalten wurden. Der Schwerpunkt lag sicherlich in der späten Bronzezeit.
Leseprobe aus dem E-Book und Taschenbuch "Die nordische Bronzezeit" von Ernst Probst:

Das Seddiner »Königsgrab«

In der nordischen jüngeren Bronzezeit von etwa 1100 bis 800 v. Chr. vergrößerte sich das Verbreitungsgebiet des Nordischen Kreises um ein Vielfaches seiner ursprünglichen Ausdehnung. Es reichte nun im Süden bis zur Oder, Saale und Weser sowie im Norden bis Schweden und Norwegen. Wegen dieser Entwicklung spricht man auch vom großnordischen Kreis. In Deutschland gehörten Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, das nördliche Brandenburg und der Norden Sachsen-Anhalts zum Bereich der nordischen jüngeren Bronzezeit.
Diese Kultur wird von den Prähistorikern in mehrere Gruppen eingeteilt. In Mecklenburg-Vorpommern gab es die Rügener Gruppe und Neubrandenburger Gruppe, im südlichen Mecklenburg-Vorpommern und im nördlichen Sachsen-Anhalt die Elb-Havel-Gruppe, im nördlichen Brandenburg und in Vorpommern die Uckermärkisch-westpommersche Gruppe und die Usedom-Woliner-Gruppe, im nördlichen Brandenburg die Prignitz-Gruppe (auch Seddiner Gruppe genannt) und die Rhin-Gruppe. Dagegen ist bisher in Schleswig-Holstein eine entsprechend weitergehende Unterteilung unterblieben.
Die Menschen aus dieser Zeit gelten als die unmittelbaren Vorfahren der Germanen. Bei der Untersuchung von Leichenbränden aus dem Flachgräberfeld in Warlin (Kreis Mecklenburg-Strelitz) konnte die Körperhöhe der dort Bestatteten ermittelt werden. Demnach waren die Männer in dieser Gegend zwischen 1,55 und 1,63 Metern groß. Eine Frau brachte es auf etwa 1,55 Meter Größe.

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Leseprobe aus dem E-Book und Taschenbuch "Die nordische Bronzezeit" von Ernst Probst:

Regenzauber mit Kesselwagen?

Der Abschnitt von etwa 1200 bis 1100 v. Chr. wird in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als nordische mittlere Bronzezeit bezeichnet. Als Regionalgruppen jener Zeit gelten die Westholsteinische Gruppe, die Segeberger Gruppe und die Westmecklenburger Gruppe.
Im südlichen Holstein, das vorher fest im Nordischen Kreis verankert war, entstand damals zwischen Wandse und Delvenau eine Lokalgruppe, welche die Tracht-, Bewaffnungs- und Bestattungssitten aller umliegenden Gemeinschaften integrierte. Zeitweise überwogen dort die Impulse von Lokalgruppen der nordischen Bronzezeit und verschiedener Lüneburger Regionalgruppen.
Von der damaligen Garderobe blieb nur bronzenes Zubehör – wie Nadeln, Fibeln und Gürtel- beziehungsweise Kleiderbesatz – übrig. Die Männer dieser Zeit kürzten ihren Bart und die Kopfhaare mit bronzenen Rasiermessern, die aus einer langgestreckten Klinge und häufig einem Griff mit einem stilisierten Pferdekopf bestanden.
Solche Toilettegeräte lassen sich in Norddeutschland ab der nordischen mittleren Bronzezeit nachweisen. In Süddeutschland waren sie schon früher in der Hügelgräber-Kultur üblich. Die bronzenen Pinzetten zum Ausreißen störender Haare haben im Gegensatz zu denjenigen aus der älteren Bronzezeit nun eine längere und schlankere Form.
Teilweise bewohnten die Menschen der nordischen mittleren Bronzezeit große Anwesen. So war ein Hausgrundriß von Handewitt (Kreis Schleswig-Flensburg) 25,50 Meter lang und 9,50 Meter breit. Dieses Gebäude besaß auf der Längsseite im Norden zwei Eingänge und auf der anderen im Süden einen Eingang. Der Innenraum wurde durch zwei querlaufende Pfostenreihen in drei Räume aufgegliedert. In einem davon war eine Feuerstelle mit einem Durchmesser von 1,60 Metern angelegt.

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Die Funde von der Walkemühle

Bronzezeitbuch

Rohfassung eines Textes für das Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) von Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung

Im Bereich der südlichen niedersächsischen Regierungsbezirke Hannover und Braunschweig ließen sich bisher für die jüngere Bronzezeit von etwa 1100 und 800 v. Chr. keine Regionalgruppen ermitteln. Das gilt für die heutigen Kreise Göttingen, Osterrode, Hildesheim, Hannover, Diepholz, Nienburg/Weser, Wolfenbüttel, Braunschweig und Helmstedt.
Die Funde aus dem erwähnten Abschnitt werden von den Archäologen nur allgemein der jüngeren Bronzezeit zugerechnet. Ob es im südlichen Niedersachsen eigenständige Kulturgruppen gab oder ob lediglich Einflüsse aus Nachbargebieten vorlagen, ist gegenwärtig unklar.
Holzkohleresten an der Walkemühle in Göttingen zufolge wuchsen dort Stieleiche (Quercus robur), Traubeneiche (Quercus petraea), Rotbuche (Fagus sylvatica), Hainbuche (Carpinus betulus), Esche (Fraxinus excelsior), Ahorn (Acer), Erle (Alnus), Weide (Salix) und Birke (Betula). Möglicherweise gediehen in dieser Gegend auch Weißdorn (Crataegus laevigata) oder Vogelbeere (Sorbus aucuparia) oder Wildbirne (Pyrus pyraster) oder Wildapfel (Malus sylvestris). Bei letzteren vier Baumarten ist die Holzkohle nur schwer zu unterscheiden.
Tierknochen an der Walkemühle belegen das Vorhandensein von Rothirsch (Cervus elaphus), Reh (Capreolus capreolus), nicht genau identifizierbarem Wildgeflügel und Biber (Castor fiber).
Die Hinterlassenschaften aus der Siedlung an der Walkemühle haben Erkenntnisse über viele Bereiche des Lebens der Menschen aus der jüngeren Bronzezeit vermittelt. So verraten scheibenförmige tönerne Spinnwirtel und Webgewichte von dort, daß Schafwolle gesponnen und gewebt wurde. Die Webgewichte sind kleiner als die Spinnwirtel. Beide Formen hat man in der Mitte durchlocht.
Eine typische bronzene Gewandnadel war die an mehreren Fundorten nachgewiesene Vasenkopfnadel. Aus Weserkiesen bei Stolzenau im Kreis Nienburg/Weser stammt ein bronzener Gürtelhaken, der in einem Stück gegossen wurde. Sein Zentrum besteht aus einem vierspeichigen, durch leichte Wülste verzierten Rad. Zu dessen beiden Seiten ist ein Zierbalken angebracht, von dem jeweils eine Lasche abgeht. Wenn man die Lasche umbog, konnte der Gürtel aus Leder oder Stoff befestigt werden.
Bronzene Rasiermesser lagen gelegentlich in Gräbern. Ein Exemplar aus einer Urne in Lohnde (Kreis Hannover) entspricht seiner Form nach dem Typus der mitteldeutschen Lausitzer Kultur. Daß es auch bronzene Pinzetten zum Haarauszupfen gab, beweist unter anderem ein Grabfund aus Garbsen im Kreis Hannover.
Die Siedlung an der Walkemühle in Göttingen lag an einer erhöhten Stelle der Leine-Talaue. Von diesem Dorf blieben Gruben, Pfostenlöcher und Hüttenlehmreste erhalten. 46 runde Vertiefungen mit flachem Boden und senkrechten Wänden gelten als Vorratsgruben. Dagegen hat man aus unregelmäßigen Gruben unterschiedlicher Größe den Lehm für Tongefäße und zur Verkleidung der Flechtwände der Häuser entnommen.
46 Pfostenlöcher von der Walkemühle ließen sich nicht zu einem Hausgrundriß rekonstruieren. Aber sie zeigen zumindest, daß die Behausungen ein Gerüst mit in den Boden reichenden Pfosten hatten. An den Resten von Hüttenlehm sind Abdrücke von Ruten und einem Fall von einem Pfahl erkannt worden. Die Ruten waren 0,5 Zentimeter bis mehrere Zentimeter dick. Ein Pfahl mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern hatte an einem Hüttenlehmfragment einen Abdruck erzeugt.
Eine weitere Siedlung ist bei Runstedt (Kreis Helmstedt) bekannt. Dort sind zwischen 1964 und 1966 sechs Grundrisse von Gebäuden festgestellt worden. Drei davon nahmen eine Fläche von 28, 39 und 49 Quadratmetern ein und dürften Wohnhäuser gewesen sein.
Die Bewohner der Siedlung an der Walkemühle bei Göttingen waren Ackerbauern und Viehzüchter. Sie säten und ernteten die Getreidearten mehrzeilige Gerste (Hordeum vulgare), Emmer (Triticum dicoccon), Einkorn (Triticum monococcum), Saatweizen (Triticum aestivum) und Rispenhirse (Panicum miliaceum). Außerdem bauten sie Erbsen (Pisum sativum) an.
Bei Harkenbleck unweit von Hemmingen im Kreis Hannover lagen 842 Gramm verkohltes Getreide und ein Tongefäß in einer Vorratsgrube. Die Grube war mehr als einen Meter tief, ihr Durchmesser betrug zwei Meter. Die Getreidereste stammen vor allem von Emmer, daneben von mehrzeiliger Gerste, Rispenhirse, Einkorn und Nacktgerste (Hordeum vulgare var. nudum). Die wenigen Unkrautsamen darunter wurden als Kornrade (Agrostemma githago), Roggentrespe (Bromus secalinus) und Windenknöterich (Polygonum convolvulus) identifiziert.
Das reife Getreide wurde mit steinernen und bronzenen Sicheln geschnitten. Feuersteinsicheln sind von der Walkemühle in Göttingen und Bronzesicheln von Cattenbühl im Kreis Göttingen bekannt. An der Walkemühle kamen auch Mahlsteine zum Vorschein.
Einem vielleicht etwas zu phantasievollen Fundbericht zufolge soll 1918 im Lichtenmoor bei Steimbke (Kreis Nienburg/Weser) je ein Tongefäß der Spätbronzezeit und der Frühlatène-Zeit entdeckt worden sein, die Hinweise auf den Verzehr von Weintrauben enthielten. Im spätbronzezeitlichen Gefäß lag angeblich ein männlicher Kopf auf den Blättern von Wildem Wein (Vinivera sylvestris). Zwischen den Weinblättern sollen sich Weintraubenkerne befunden haben.
Die Viehzüchter der Siedlung an der Walkemühle hielten Rinder, Schweine, Schafe oder Ziegen, Pferde und Hunde als Haustiere. Vom Rind konnten über 50 Prozent der Knochenfunde, vom Schwein knapp 22 Prozent, von der Ziege beziehungsweise vom Schaf zwölf Prozent sowie vom Pferd und vom Hund ein bis zwei Prozent bestimmt werden. Andere Knochenreste stammen von Wildtieren.
In der Gegend von Göttingen sind etliche Sandstein-Halbhöhlen (Abris) wiederholt von Menschen aufgesucht worden. Wie Funde gerösteter Haselnüsse (Corylus avellana) und Bucheckern (Fagus silvatica) sowie Himbeerreste (Rubus idaeus) zeigen, geschah dies vor allem im Sommer und Herbst. Nach Ansicht des Göttinger Prähistorikers Klaus Grote waren die längerfristig bewohnten Halbhöhlen saisonale Außenstationen für die Nutzung des Waldes mit seinem Angebot an Sammelfrüchten, für die Waldhutung (besonders der Schweine) und die Jagd auf das Standwild. In unsicheren Zeiten dienten die Halbhöhlen wohl auch als Zufluchtsorte.
Von längeren Aufenthalten dort zeugen Herdstellen, Steinsetzungen, Gruben, Baulehm, Röstöfen für Haselnüsse und Bucheckern sowie Reste von Keramik, Getreide, Haustieren, Jagdwild und Fischen. An Kulturpflanzen sind Weizen, Gerste, Hirse und Ackerbohnen nachgewiesen. Die Haustierknochen stammen vom Rind, Schwein, Pferd, Hund, Schaf oder von der Ziege, die Jagdtierknochen vom Rothirsch (Cerphus elaphus), Reh (Capreolus capreolus), Wildschwein (Sus scrofa) und Biber (Castor fiber), die Fischreste vom Hecht (Esoc lucius) und Döbel (Leuciscus cephalus).
Welche Tongefäße die Töpfer im südlichen Niedersachsen modellierten, zeigen Objekte von der Walkemühle bei Göttingen. Dort wurden hohe Schalen mit Henkel, Doppelkoni, Tassen, Schöpfgefäße und Tonstützen (»Briquetage«) geformt. Tonscheiben mit mehreren Löchern dienten als Siebeinsatz in Gefäßen, Tonscheiben ohne Löcher als Deckel. Die Tongefäße von der Walkemühle sind häufig mit Fingernagel- und Fingerkuppen-Eindrücken verziert. Seltener ist das Dekor durch Abrollen von gedrehten Ringen auf dem weichen Ton.
Reliefornamentierte Lappenschalen aus dem südlichen Niedersachsen wurden ähnlichen Tongefäßen der süddeutschen und mittelrheinischen Urnenfelder-Kultur nachempfunden. Solche Gefäße kennt man aus Hannover-Ricklingen, Hannover-Wülfel, Letter im Kreis Hannover sowie Landesbergen und Loccum im Kreis Nienburg/Weser.
Ein Siedegefäß und Tonstützen gelten als Indiz für die Salzgewinnung und den Salzhandel. Ein neun Zentimeter hohes tönernes Siedegefäß mit verdicktem Boden kam in der Siedlung an der Walkemühle in Göttingen zum Vorschein. Es belegt nach Ansicht des damals in Wolfenbüttel arbeitenden Prähistorikers Ralf Busch keine Salzgewinnung in der näheren Umgebung, sondern deutet eher auf Salzhandel hin. Auf Salzproduktion dagegen lassen drei Reste von Tonstützen aus der erwähnten Siedlung bei Runstedt schließen.
In der Siedlung an der Walkemühle wurden außerdem Reste der Werkstatt eines Bronzegießers entdeckt. Mit den dort aus Gruben geborgenen Gußformen konnte man mindestens sieben verschiedene Gegenstände gießen. Dazu gehören unter anderem ein Knopf, eine große Lanzenspitze, eine Art »Meißel« und nicht mit Sicherheit bestimmbare Objekte wie vier oder fünf gemeinsam gegossene Stäbe, die vielleicht Teil einer Schmuckgarnitur waren.
Zu den Funden von der Walkemühle zählen des weiteren 92 Gießformfragmente, Formlehmreste und drei Wandungsscherben einer Herdeinfassung aus sehr feinem Lehm. Sämtliche Formen wurden mit Hilfe fester Modelle angefertigt, die man im Lehm abgedrückt hat.
Aus Schinna im Kreis Nienburg/Weser liegen ebenfalls Hinterlassenschaften eines Bronzegießers vor. Es sind eine zweiteilige bronzene Gußform für Tüllenbeile mit Henkelöse, die Hälfte einer Gußform für eine Knopfsichel, eine Knopfsichel, eine Lanzenspitze, ein Tüllenhammer und zwei Halsringe. Die Gußform für Tüllenbeile ist an der Außenseite mit zwei Ösen versehen, durch die man Schnüre oder Riemen durchziehen konnte, um die beiden Schalen beim Guß zusammenzuhalten.
In Watenstedt (Kreis Helmstedt) konnte das Depot eines Bronzegießers oder Händlers freigelegt werden. Es umfaßte Brucherzstücke, Gußbrocken, Sicheln und Schmuck-stücke.
Die bronzenen Beilklingen unterscheiden sich in Absatzlappen-, Lappen- und Tüllenbeile. Absatzlappenbeile sind von Gronau (Kreis Hildesheim) und von der Deisterpforte bei Springe (Kreis Hannover) bekannt. Als etwas jünger gelten die Lappenbeile von Burgstemmern (Kreis Hildesheim), Döhren (Kreis Hannover) und Oyle (Kreis Nienburg/Weser). Häufiger als diese Beilformen sind die Tüllenbeile aus der Gegend zwischen Hannover und Nienburg.
Die Werkzeuge wurden teilweise aus Stein und Geweih angefertigt – möglicherweise geschah dies aus Mangel an Bronze. An der Walkemühle bei Göttingen fand man neben den bereits erwähnten Bruchstücken von Mahlsteinplatten auch Beile, Sicheln, Schleif- und Klopfsteine aus Felsgestein sowie Messer, Sicheleinsätze und Klingen aus Feuerstein
Die aus Geweih hergestellten Geräte von der Walkemühle weisen Schnitt- und Bruchspuren auf und sind teilweise durchlocht. Spitze Werkzeuge dienten möglicherweise als Hacken. Zwei andere Geräte von dort eigneten sich zum Glätten.
Geweihäxte waren weit verbreitet. Ein Exemplar aus Hildesheim ist mit Punktkreisen geschmückt, ein Fund aus der Weser bei Landesbergen (Kreis Nienburg/Weser) wurde mit zahlreichen doppelten Punktkreisen und gürtelartigen Linienmustern verschönert. Da letzteres Objekt schräg durchlocht ist und keinerlei Gebrauchsspuren an der Schneide aufweist, ist es nach Ansicht des Bremer Prähistorikers Karl Heinz Brandt unwahrscheinlich, daß dieses Gerät als Jagd- oder Kriegswaffe oder als Werkzeug benutzt wurde. Er deutet das Objekt als Griff einer Stabkrücke.
Die Pfeilspitzen von der Walkemühle in Göttingen sind meistens aus Feuerstein zurechtgeschlagen worden. Nur eine Pfeilspitze von dort besteht aus Kieselschiefer.
Im Barnstorfer Moor (Kreis Diepholz) kam der Rest eines Speichenrades aus Eichenholz zum Vorschein. Der Entdecker hat die Stücke auf seinem Wohnzimmerschrank trocknen lassen. Dabei zerfielen die Speichenreste, nur das vollständige Felgensegment blieb erhalten. Das Felgenstück enthält zwei Bohrungen für die Speichenzapfen.
Eine Rekonstruktion durch den Moorforscher Hajo Hayen (1923-1991) aus Oldenburg ergab einen ursprünglichen Durchmesser des Speichenrades von etwa 90 Zentimetern. Die Lauffläche war einst etwa 6,5 Zentimeter breit. Insgesamt hatte dieses Rad zehn Speichen, deren Zapfen in Bohrungen von je drei bis 3,2 Zentimeter Durchmesser steckten. Die Bohrungen reichten 9,5 Zentimeter tief bis in die Lauffläche des Radkranzes hinein. 1992 baute ein Stellmacher – nach Berechnungen und Umzeichnungen des Oldenburger Restaurators Reinhard Schneider – zwei Speichenräder aus Eichenholz nach.
Das genaue Alter des Speichenrades aus dem Barnstorfer Moor ist nicht bekannt. Den Altersdatierungen von Mebus Geyh vom C14-Labor im Niedersächischen Landesamt für Bo-denforschung in Hannover zufolge stammt das Speichenrad aus der Zeit zwischen 1269 und 900 v. Chr. Eine andere Datierung ergab ein Alter zwischen 1152 und 831 v. Chr. Das Speichenrad könnte also sowohl aus der ausgehenden älteren Bronzezeit als auch in der mittleren oder jüngeren Bronzezeit hergestellt worden sein.
Während der Bronzezeit wurden über längere Zeiträume hinweg dreiteilige Scheibenräder und Speichenräder nebeneinander genutzt. Wegen einer Reihe von Vorteilen setzte sich das Speichenrad jedoch nach Beseitigung der anfänglichen Konstruktionsschwächen nach und nach endgültig durch.
Die Scheibenräder waren durch ihre größere zusammenhängende Holzmasse rißempfindlicher. Durch Austrocknung und durch harte Stöße konnten aus feinen Haarrissen große Spaltrisse entstehen, die das Scheibenrad schnell zerstört hätten. Nach den archäologischen Funden zu schließen, rissen die Radscheiben des öfteren in Längsrichtung der Faser auseinander. Die Speichenräder dagegen bestanden aus einer größeren Anzahl unterschiedlicher Holzteile und -arten.
Bei Speichenrädern werden die auftretenden Kräfte – wie Druck, Zug und Stoß – besser verteilt und abgeleitet als bei Scheibenrädern. Durch die im allgemeinen größere Radhöhe ließen sich Fahrzeug mit Speichenrädern auch leichter fahren. Sie konnten zudem größere Lasten tragen. Ein gut gebautes Speichenrad hielt oft länger als ein Menschenleben.
Bei Tauschgeschäften wechselten unter anderem Tongefäße, Salz, Werkzeuge, Waffen und Schmuckstücke den Besitzer.
Verschiedene Formen der bronzenen Vasenkopfnadeln beispielsweise spiegeln Einflüsse der süddeutschen Urnenfelder-Kultur wider. Sie könnten importiert oder nachgeahmt worden sein. Vasenkopfnadeln dienten zum Zusammenhalten der Oberbekleidung.
Die Toten hat man verbrannt, ihre Knochenreste in tönerne Urnen geschüttet und diese ohne Steinschutz in Flachgräber gestellt. Manchmal wurde die Urne mit einer Deckschale verschlossen. Die Urnen liegen entweder weit voneinander entfernt oder so dicht beisammen, daß man an Bestattungen von Familien denken könnte. Nur selten wurden den Toten bronzene Beigaben wie Nadeln, Rasiermesser oder Pinzetten mit ins Grab gelegt.
Friedhöfe der jüngeren Bronzezeit sind aus Jühnde (Kreis Göttingen) sowie von Gut Heinsen bei Eime, Sehlde und Werder (alle drei im Kreis Hildesheim) bekannt. In Jühnde beispielsweise handelt es sich um ein Brandgräberfeld mit 95 Gräbern und 13 Gruben aus der Jungbronze- und Früheisenzeit.
Von der üblichen Bestattungssitte weicht ein Flachgrab auf dem Klütberg bei Landesbergen (Kreis Nienburg/Weser) ab. Dort wurde der Leichenbrand nicht in eine Urne geschüttet, sondern auf dem Boden ausgestreut. Ungewöhnlich sind ferner die acht Schalen und Näpfe sowie Scherben weiterer Gefäße. Diese Bestattungsart entspricht der Beigabensitte der mitteldeutschen Lausitzer Kultur, die hier wohl nachgeahmt wurde.
Zudem weisen die Ornamente etlicher Urnen von den Friedhöfen Hannover-Döhren, Hannover-Engesode, Hannover-Ricklingen, Garbsen und Letter (Kreis Hannover) auf Verbindungen zu einer fortgeschrittenen Phase der Lausitzer Kultur hin. Die Form und – noch häufiger – die Verzierung der Urnen wurden imitiert.
Im Ortsteil Winzlar von Rehburg-Loccum (Kreis Nienburg/Weser) diente ein bronzenes Hängebecken als Behältnis für den Leichenbrand eines etwa 40 bis 50 Jahre alten Mannes. Dieses Hängebecken hat einen Durchmesser von 31,6 Zentimetern und eine maximale Höhe von 18,7 Zentimetern. Es gilt als das bisher größte aufgefundene Exemplar überhaupt. Unter dem Rand ist es mit zwei Riemenösen und innen mit einem siebartig durchbrochenen Kragen ausgestattet. Neben dem Leichenbrand enthielt es eine Goldnadel.
Zwischen den Löchern des Hängebecken-Kragens blieben Reste einer glasartigen Masse erhalten. Das Hängebecken wurde in einem Stück gegossen und später nochmals erhitzt, um die glasartige Substanz aufzuschmelzen. Als Deckel diente vielleicht eine größere Terrine, von der Scherben gefunden wurden.
Die Hängebecken der jüngeren Bronzezeit sind früher wie